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Von Mirko Nordmann

Bersenbrück. Gute Nachrichten für Bauwillige in Bersenbrück: Die Stadt kann demnächst wieder frei Grundstücke zur Wohnbebauung im südlichen Stadtgebiet anbieten. Insgesamt 56 Bauplätze stehen in den Woltruper Wiesen zur Verfügung, weil der Stadtrat einem Flächentausch zustimmte und weil der Landkreis das Überschwemmungsgebiet der Hase endgültig festgelegt hat.

Bereit in seiner Sitzung am 9. März hatte der Kreistag des Landkreises Osnabrück mit der Festsetzung des Überschwemmungsgebietes „Hase vom Mittellandkanal bis Quakenbrück“ neue Fakten geschaffen, die man im Bersenbrücker Rathaus mit Freude und Erleichterung zur Kenntnis genommen haben dürfte. Denn damit endet ein jahrelanges Ringen um einen Teil des Baugebietes Woltruper Wiesen, der bislang nicht bebaut werden konnte.

Denn als der Landkreis die Überprüfung des Überschwemmungsgebietes im Jahr 2015 begonnen hatte, hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz das Überschwemmungsgebiet zunächst vorläufig festgesetzt. Das betraf auch einen Teil des Neubaugebietes. Ein Bürger klagte und bekam recht, sodass das Oberverwaltungsgericht Lüneburg letztlich die Bebauungsplanung „Woltruper Wiesen III“ stoppte. 

Die Stadt legte einen neuen Bebauungsplan auf – diesmal mit der Wahrung der Überschwemmungsflächen, sodass zumindest die nicht betroffenen Parzellen im dritten und vierten Bauabschnitt der Woltruper Wiesen an Häuslebauer verkauft und bebaut werden konnten.

Durch die Festsetzung des Landkreises ist das Überschwemmungsgebiet der Hase im Bereich der Woltruper Wiesen nun kleiner als die vorläufig festgesetzten Flächen. Es endet, grob gesagt, am Heeker Weg und tangiert nun nicht mehr das Neubaugebiet. 

Um keine weitere Zeit zu verlieren, hat der Verwaltungsausschuss des Bersenbrücker Stadtrat nun bereits im März eine erneute Bauplanung für die noch unbebauten Bereichen des dritten und vierten Bauabschnitts angeschoben. Phil Wesselkämper von der Bersenbrücker Stadtverwaltung hofft, dass das Verfahren noch in diesem Jahr abgeschlossen werden kann. 

In diesem Bereich der Woltruper Wiesen stehen dann zwölf Bauplätze mit Erbbaurecht zur Verfügung. 14 Grundstücke wird die Stadt zum Kauf anbieten. Wie Wesselkämper bestätigte, seien damals einige Parzellen reserviert worden. Nun muss geklärt werden, ob das Kaufinteresse immer noch besteht. Details zum Prozedere der Grundstücksvergabe will die Stadt nun erarbeiten und rechtzeitig bekannt geben.

Neben den 26 Bauplätzen im nördlichen Bereich wird die Stadt voraussichtlich 30 weitere Grundstücke im fünften Abschnitt des Wohngebietes anbieten. Der Stadtrat gab in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht dafür, dass die Stadt eine 3,4 Hektar große Fläche im Tauschgeschäft erwirbt. Das Gelände schließt direkt an die ersten beiden Abschnitte des Baugebietes an, liegt südlich der Straße Woltruper Wiesen zwischen Woltruper Graben im Osten und der Reithalle im Westen.

Geräuschlos ging die Abstimmung über den Flächentausch im Stadtrat aber keineswegs über die Bühne. Wolfgang Rathmann (UWG), Franz Wiewel (SPD) und Elisabeth Middelschulte (Bündnis 90/Die Grünen) appellierten, den Tagesordnungspunkt zurück in den Finanzausschuss zu verweisen. Da das Thema erstmals in der Sitzung des Verwaltungsausschuss direkt vor der Ratssitzung diskutiert worden sei, habe ihnen die Zeit für eine eingehende Prüfung der Sachlage gefehlt. „Wir brauchen Zeit, wir brauchen Vorbereitung“, sagte Middelschulte.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Gerd Uphoff drängte hingegen auf eine Entscheidung. „Das Thema ist doch nicht neu“, sagte Uphoff, „endlich können wir wieder Bauland zur Verfügung stellen.“ Die Bürger, die auf einen Bauplatz warten, hätten für eine Zeitverzögerung sicherlich kein Verständnis. „Die Leute haben lange genug gewartet“, so Uphoff. Man wolle sich schon in der nächsten Sitzung mit der Planung befassen, damit schnellstmöglich ein Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst werden kann. Hinsichtlich des Tauschfaktors von 1:3 habe Uphoff keine Bedenken. Das sei derzeit durchaus üblich, andernorts sogar höher. 

Letztlich setzte sich die CDU-Mehrheit mit 13 Stimmen gegen SPD, UWG und Grüne (insgesamt 9 Nein-Stimmen) durch.   

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