Von Sigrid Schüler-Juckenack

Kettenkamp. Verärgert waren die Mitglieder sämtlicher Fraktionen in der Sitzung des Gemeinderates Kettenkamp am vergangenen Dienstag. Es ging um Schwachstellen bei der Arbeit des zentralen Bauhofs der Samtgemeinde Bersenbrück.

Im Protokoll des Ausschusses für Senioren, Jugend, Sport, Kultur und Soziales vom 6. Juni, das von Anita Lennartz (CDU), der stellvertretenden Ausschussvorsitzenden verlesen wurde, hieß es, dass zahlreiche Arbeiten an den Spielplätzen in Kettenkamp nicht oder nur unzureichend vom Bauhof der Samtgemeinde ausgeführt worden waren. 

Auf allen Spielplätzen fehle die vorgeschriebene Beschilderung gemäß der europäischen Spielplatznorm mit Informationen zur Erreichbarkeit. Zudem scheine es, als ob die Spielplätze lediglich gemäht würden. Eine Säuberung der Plätze, Streichen von Geräten, Überprüfung des Baum- und Strauchbewuchses und das Auffüllen von Sandflächen sei für dieses Jahr noch zu leisten. „Es ist kein schöner Zustand, es sieht nicht gut aus“, so Lennartz. 

Schlechte Kommunikation?

Über eine Spielplatzbegehung und Abnehme durch den TÜV sei der Kettenkamper Rat nicht einmal informiert worden. Sie bemängelte zudem, dass viele der im Vorjahr beschlossenen Maßnahmen nicht umgesetzt worden seien. Mögliche Ursache sei wahrscheinlich eine schlechte Kommunikation 

Bei der Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen sieht Ratsherr Michael Johanning (CDU) aber auch den Ausschuss in der Pflicht. Vielleicht müsse mehr auf darauf geachtet werden, dass der Bauhof die in Auftrag gegebenen Arbeiten ausführe. Simon Meyer (SPD), Vorsitzender des Ausschusses, erklärte, vom Bauhof seien Fotos angefordert worden, die die Mängel dokumentieren. Die habe man geschickt, aber passiert sei nichts.

Kein Ansprechpartner?

Bürgermeister Reinhard Wilke (CDU) betonte, dass es früher diese Probleme nicht gegeben habe. Durch die Zentralisierung des Bauhofs an einem Ort, nämlich in Bersenbrück, würden nun Arbeiten, die in Auftrag gegeben würden, nicht oder nur unzureichend ausgeführt. Im Bauhof sollte für jede Gemeinde ein zuständiger Ansprechpartner sein, der sich bei Bedarf um die Angelegenheiten in der jeweiligen Gemeinde kümmert. 

Johanning erklärte dazu, dass Kettenkamp die einzige Gemeinde sei, der ein Bauhof „weggenommen“ worden sei. Die Erfahrungen, die damit gemacht worden seien, müssten kommuniziert werden. Die Beschwerden sollten aber nicht auf dem Rücken der Bauhofmitarbeiter ausgetragen werden, denn die träfe keine Schuld.

Qualitätsverlust durch Zentralisierung?

Der Rat fasste einstimmig den Beschluss, die Samtgemeinde Bersenbrück in einem Schreiben um einen Gesprächstermin zu bitten. Teilnehmen solle, neben Vertretern der Gemeinde Kettenkamp, der Samtgemeindebürgermeister, der zuständige Fachdienstleiter und der Leiter des Bauhofs. Diskutiert werden sollen die Schwachstellen des jetzigen Systems des Bauhofs. 

Zudem soll die Samtgemeinde in dem Schreiben aufgefordert werden, das bestehende Bauhofkonzept zu überarbeiten. Durch die Zentralisierung sei ein Qualitätsverlust festzustellen, und der gehe derzeit auf Kosten kleiner Gemeinden wie Kettenkamp.

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