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Neues Gebiet „Südlich der Bahn“ – Riester Rat schließt vor der Sommerpause Baugebiet-Projekt ab

07.07.2021

NOZ

Rieste. In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause – und vor der Kommunalwahl 2021 – hat der Gemeinderat in Rieste ein wichtiges Projekt abgeschlossen: Das Baugebiet „Südlich der Bahn“ steht.

Im Saal der Alten Küsterei auf Lage war der Bebauungsplan „Südlich der Bahn” ein Hauptaugenmerk der Tagesordnung. Auch viele Zuschauer waren gespannt, wie das abschließende Votum des Gemeinderats ausfallen würde. Nach gut anderthalb Jahren waren schließlich alle Fraktionen bereit, den Startschuss zu geben. Einstimmig – bei einer Enthaltung – wurde der Bebauungsplan mit allen Abwägungen als Satzung beschlossen. Die Erschließungsarbeiten können beginnen und auch für die bauwilligen Interessenten wird es jetzt ernst.

Gegenseitiges Schulterklopfen

„Ich glaube, wir können uns jetzt gegenseitig gratulieren. Das Interesse an den Baugrundstücken ist riesig”, freute sich Bürgermeister Sebastian Hüdepohl (CDU) über den Abschluss eines langen Prozesses. „Wir werden nicht alle glücklich machen können, dafür ist die Nachfrage einfach zu hoch”, ergänzte er im Hinblick auf den nun anstehenden Verkauf. 

Matthias Benz

Bürgermeister Sebastian Hüdepohl (links) leitete die Ratssitzung und stellte mit Paul Plottke von der Gemeindeverwaltung den endgültigen Bebauungsplan (im Hintergrund) vor.
Das neue Baugebiet wird Platz für 37 Grundstücke bieten, auf denen Einfamilien- und Doppelhäuser, aber auch entlang der Bahnstrecke Mehrparteienhäuser entstehen sollen. Schon seit geraumer Zeit konnten sich Bauwillige bei der Gemeinde melden. Diese werden bald angeschrieben, erhalten einen Lageplan und dürfen sich bestimmte Parzellen wünschen. Während die Vermarktung läuft, können bereits die Erschließungsarbeiten im Sektor beginnen.

Viele Vorschläge, viel Arbeit

„Wir können froh sein, dass wir heute einen Beschluss fassen”, hatte UWG-Ratsherr Markus Revermann in der Aussprache vor der Abstimmung gesagt. Das Baugebiet habe viel Arbeit für den Rat, aber auch für die Verwaltung bedeutet. Es gebe jetzt eine gute Mischung von Grundstücksgrößen, für jeden Geldbeutel sei etwas dabei. Revermann dankte auch dem Planungsbüro sowie den Grundeigentümern, die die Fläche an die Gemeinde verkauft hatten.

Als Besonderheit wurde anerkannt, dass in diesem Projekt mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die politischen Gremien vorhanden waren als für so manch anderes Baugebiet zuvor. „Es hätte zeitlich schneller gehen können, aber die Planer mussten auch immer wieder die Ratsvorschläge einarbeiten”, erinnerte der Bauausschussvorsitzende Axel Torbecke (CDU). 

Gestaltungswille bis zur letzten Minute

Beispielhaft für diesen Gestaltungswillen von Seiten der Ortspolitik war ein Antrag von Ralf Richter (UWG), der kurz vor dem Abschluss noch ein Detail zur Geschossflächenzahl und Grundflächenzahl ändern wollte. Eine Mehrheit bekam dieser Einwand wegen der Kurzfristigkeit nicht, war aber auch aus Sicht anderer Ratsmitglieder ein wichtiges Kriterium für künftige Vorhaben. Auch der Vorschlag von Reinhold Waldhaus (SPD), eine Straße als Mühlenstraße zu bezeichnen, bekam keinen Auftrieb mehr; der Gemeinderat blieb bei den Vorschlägen Sattlerstraße und Tischlerweg.

Matthias Benz

Mit guter Laune votierten die Ratsmitglieder im vollbesetzten Saal der Alten Küsterei für den Bebauungsplan.
Für die Sozialdemokraten schloss sich Christian Scholüke der allgemeinen Zustimmung zum Bebauungsplan an. Er wandte aber auch ein, „wir müssen in Zukunft auch transparenter sein, mehr Experten einbeziehen. Wir hätten auch mehr fürs Klima tun können.”

Sommerpause eingeläutet

Nach der Gemeinderatssitzung beginnt nun die politische Sommerpause, die wohl auch vom Wahlkampf geprägt sein wird. Nach der Kommunalwahl am 12. September 2021 werden der alte Rat sowie die Ausschüsse jeweils noch einmal zusammentreten, ehe die neu gewählten Gremien dann ab November ihre Arbeit aufnehmen.