Workshop zur Neugestaltung! Wie soll Quakenbrücker Sportplatz genutzt werden?

23. August 2017

Ein Sportplatz für die Neustadt? Eindeutig ja, meinten die Interessenten beim Brainstorming mit Quartiersmanagerin Mareike Schmidt im MGH. Foto: Bernard Middendorf

noz 21.08.2017 Quakenbrück. „Wir möchten die Bürger vor Ort einbeziehen“, eröffnete Mareike Schmidt im Mehrgenerationenhaus (MGH) einen Workshop zur Wiederbelebung der Sportanlage an der Tilsiter Straße.

Die Quartiersmanagerin erläuterte, dass der Platz als Gemeinbedarfseinrichtung – so das etwas holprige Behördendeutsch – zu einem Begegnungsort werden solle; das sei ein Ziel des „ Städtebaulichen Rahmenplans Neustadt-West “, den der Rat der Stadt Quakenbrück im Dezember beschlossen hat. Verschiedene „Big Player“ wie Schulen, Krankenhaus oder Bundeswehr habe sie im Vorfeld angesprochen, sagte die Quartiersmanagerin. Das Interesse an einer Neugestaltung des Fußballplatzes sei groß, der Plan, dort wieder sportlich aktiv werden zu können, werde begrüßt. Ideen dazu gab es reichlich in der kleinen, aber sehr effektiven Arbeitsgruppe, die per Brainstorming Vorschläge, Probleme und Herausforderungen sammelte.
Parallelen zwischen Neustadt und Neukölln?

Die Verwirklichung der Pläne in einem sozialen Brennpunkt würde den Bereich in der Nähe des Königsberger Platzes aufwerten, freute sich Heinrich Bley. Bedarf sei genug vorhanden, der Stadtteil wachse rasant. „Die Neustadt hat doch was! Viele leben wie ich gerne hier. Ich vergleiche die Entwicklung immer mit Neukölln.“ Ein Sportplatz gehöre einfach hierher; er sehe gute Chancen, Nachwuchs von der Straße zu holen und die Jugendabteilung auszubauen, meinte der Trainer des Vereins Schwarz-Weiß. Er befürworte auch ein Basketballfeld. Wenn Migranten und Deutsche zusammen trainierten, wäre viel erreicht. Vielseitige Sportmöglichkeiten mit Kabinen, Duschen und Gruppenräumen wären wünschenswert, waren sich die Teilnehmer einig.
Bolz- und Grillplatz für junge Familien?

Ingeborg Scheier fand gemeinsame Aktivitäten mit ausländischen Mitbürger n ebenfalls sinnvoll, „damit sich niemand ausgegrenzt fühlt. Viele leben doch schon lange hier. Die Mädchen zum Beispiel möchten gern tanzen.“ Erste Aktivitäten machten Hoffnung. Bessere Integration durch eine Sportanlage – am liebsten auch für Leichtathletik – mit Raumangebot und Büro, erhofft sich auch Christos Tsimpliaridis, Vorsitzender von SW Quakenbrück. Er sei gespannt auf das Konzept, „aber hier vor Ort und nicht in Menslage“. Eine Anwohnerin erwähnte den Zuzug junger Leute und Familien mit Kindern, die froh wären über einen Bolz- oder Grillplatz, über Fitness- und Spielgeräte. Sie fühle sich in der Neustadt sicher, aber Anlage und Parkplätze müssten beleuchtet und beaufsichtigt werden. Das könne jeweils ein Vater übernehmen, schlug Tsimpliaridis vor, der auf Einnahmen durch Bandenwerbung setzt. Die Runde stimmte überein, dass nicht nur ein einziger Verein die Einrichtungen nutzen solle.
Zahlreiche konkrete Vorschläge und Wünsche

Man sei auf dem richtigen Weg. Die zahlreichen kreativen Vorschläge bewiesen, dass es vielfältige konkrete Wünsche zum Plan eines Sportplatzes mit gut strukturierten Angeboten gebe, fasste Mareike Schmidt zusammen. Positiv vermerkte sie, dass große Einrichtungen wie das THW, Bundeswehr, Schulen oder die Physiotherapie am Christlichen Krankenhaus starkes Interesse zeigten.