Vertrag mit KV Niedersachsen! Bereitschaftsdienst zieht ins Krankenhaus Quakenbrück!

7. Mai 2017

Betreten Neuland mit der zentralen Bereitschaftsdienstpraxis: Oliver Christoffers, Geschäftsführer der KV Niedersachsen, Bezirksstelle Osnabrück, Norbert Wrase, Geschäftsbereichsleiter vertragsärztliche Versorgung, Heinrich Titzmann, Andreas Ortland, Elisabeth Vaske-Voskamp, niedergelassene Neurologin, Klara Surholt, CKQ-Prokuristin Andrea Netheler und Dr. Heinz-Gerd Grotepaß, Ärztlicher Leiter des MVZ am CKQ. Foto: CKQ/Jutta Böning

noz 26.04.2017 Quakenbrück. Die große Frage, welcher Arzt denn Bereitschaftsdienst oder, wie es viele noch immer formulieren, Notdienst hat, und wohin sich die akut Erkrankten auf den Weg machen müssen, gehört im Bereitschaftsdienstkreis Quakenbrück bald der Vergangenheit an. „Am 8. Mai 2017 geht die neue zentrale Bereitschaftsdienstpraxis im Christlichen Krankenhaus an den Start“, heißt es in einer Pressemitteilung des Quakenbrücker Krankenhauses.

Zu Beginn des Jahres 2009 musste die Notdienstversorgung im Altkreis Bersenbrück neu geregelt werden. Nach den Plänen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Niedersachsen war damals eine zentrale Notdienstpraxis für den Bereich des Altkreises Bersenbrück geplant – angeschlossen ans Ankumer Krankenhaus und abwechselnd mit Ärzten aus der Region besetzt.
Dreiteilung der Region

Doch dieses Modell war am Widerstand der Ärzte aus der Region gescheitert. Sie sprachen sich für eine Dreiteilung der Region aus, wobei die Samtgemeindegrenzen keine Rolle spielten. So gehören zum Bereich Quakenbrück neben Menslage, Nortrup und Badbergen auch noch die Gemeinden Bippen und Berge. Neuenkirchen wurde dem Bereich Bramsche zugeschlagen, Merzen und Voltlage gingen an Bersenbrück-Fürstenau. Nunmehr soll es zumindest für den Dienstbezirk Osnabrück Nord – Quakenbrück, in Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung, eine zentrale Anlaufstelle am Christlichen Krankenhaus (CKQ) geben, wo für die neue Bereitschaftsdienstpraxis wurden neue Räume im Erdgeschoss des CKQ geschaffen wurden.
Versorgungstechnisches Neuland

Dieser Tage erfolgte die Vertragsunterzeichnung zwischen dem Christlichen Krankenhaus und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen über die Kooperation bei der Durchführung des allgemeinen Bereitschaftsdienstes. „Hintergrund ist die Problematik, dem steigenden medizinischen Versorgungsbedarf mit knapper werdenden Ressourcen zu begegnen“, erklärt Andreas Ortland, niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin in Quakenbrück. In konstruktiver Zusammenarbeit vom CKQ, den niedergelassenen Ärzten und der Kassenärztlichen Vereinigung sei das Konzept einer zentralen Bereitschaftsdienstpraxis entwickelt worden, mit dem versorgungstechnisch Neuland beschritten werde. In den Räumen der zentralen Bereitschaftsdienstpraxis im Krankenhaus wird ein Allgemeinmediziner aus der Region die Patienten versorgen. Montags, dienstags und donnerstags ist dort von 20 bis 21 Uhr Sprechstunde, mittwochs und freitags von 17 bis 21 Uhr. Von 10 bis 12 Uhr und 18 bis 21 Uhr hat die Bereitschaftsdienstpraxis feiertags und an den Wochenenden geöffnet.
Entlastung der Ambulanz

Das dürfte, so Ortland, auch zu einer Entlastung der Notfallambulanz des Krankenhauses führen, denn zu oft würde die Ambulanz, von Patienten mit leichten Erkrankungen angesteuert, gerade aus der Neustadt. Die Notfallambulanz sei nur für schwersten Fälle da, das könne jetzt auch vom Krankenhaus besser gesteuert werden.

Ab 21 Uhr bis 7 Uhr am darauffolgenden Tag übernimmt das CKQ mit seinen ärztlichen Mitarbeitern die Aufgaben des ambulanten vertragsärztlichen Bereitschaftsdienstes. Notwendige Hausbesuche werden weiterhin durch den jeweils diensthabenden niedergelassenen Vertragsarzt durchgeführt, wie die Quakenbrücker Allgemeinmedizinerin Klara Surholt ergänzt.
Versorgungsqualität verbessern

„Die zentrale Bereitschaftspraxis wird die Versorgungsqualität in der Region verbessern und stabilisieren“, betonte CKQ-Geschäftsführer Heinrich Titzmann anlässlich der Vertragsunterzeichnung. Er freue sich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, so Titzmann weiter.

„Bei der neuen Einrichtung handelt es sich um eine zukunftsorientierte Eigeninitiative aus der Region“, erklärte Oliver Christoffers, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Bezirksstelle Osnabrück.
Einheitliche Rufnummer

Für die Patienten ändert sich eigentlich wenig. Sie erreichen im Krankheitsfall weiterhin unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 116117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Die Nummer funktioniert ohne Vorwahl, gilt deutschlandweit und ist kostenlos – egal, ob der Anruf von zu Hause oder mit dem Mobiltelefon erfolgt. Telefonisch wird dann das weitere Vorgehen abgeklärt. Und statt in die Arztpraxis geht es dann zur Sprechstunde in die Bereitschaftsdienstpraxis am Quakenbrücker Krankenhaus.
Gespräche im Juni

Und wie sieht es mit einer Bereitschaftsdienstpaxis in Ankum aus? Dazu haben sich die Ärzte im Bezirk Bersenbrück-Fürstenau bisher aus unterschiedlichen Gründen nicht durchringen können. Im Juni soll es, so Dr. Michael Kampmeyer, Obmann des Notdienstrings Bersenbrück-Fürstenau, noch einmal weitere Gespräche geben.