Bürgerversammlung am 26. Januar! Quakenbrücker Stadtteil soll Klimaquartier werden!

20. Januar 2017

Der Quakenbrücker Stadtteil Hakenkamp soll zum Klimaquartier werden. Das hat der Stadtrat beschlossen. Nun geht es an die Umsetzung. Foto: Christian Geers

noz 20.01.2017 Quakenbrück. Der Stadtteil Hakenkamp in Quakenbrück soll Vorbildcharakter in Sachen Energieeffizienz bekommen und zum Klimaquartier werden. Die Stadt lässt ein energetisches Konzept erarbeiten. In einer Bürgerversammlung am Donnerstag, 26. Januar, wird das Projekt vorgestellt.

Die Stadt Quakenbrück will am Donnerstag, 26. Januar, um 19 Uhr in einer Bürgerversammlung in der Aula der Oberschule Artland über das Vorhaben informieren. Gleichzeitig ist ein Workshop geplant, in dem Anregungen und Ideen zusammengetragen werden sollen, wie das Ziel erreicht werden kann. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Um was geht es genau?

Um die Energieeinsparung im Baubestand. Es geht um die Energiebilanz des Quartiers und um die Frage, wie die etwa 200 privaten Eigentümer den Wert ihrer Immobilie erhalten und mit einer dauerhaften Energieeinsparung verbinden können. Es geht um die Ermittlung der Kosten, aber auch darum, wie Interessierte dabei unterstützt werden können. Mit anderen Worten: Der Stadtteil wird zum Versuchslabor.

Warum ist der Stadtteil Hakenkamp als Klimaquartier geeignet?

Auf dem Hakenkamp stehen fast ausschließlich Einfamilien- und Reihenhäuser sowie kleine Mehrfamilienhäuser. Die Häuser sind zwischen 1950 und 1980 gebaut worden, sodass die Stadtverwaltung einen hohen Bedarf an energetischer Sanierung annimmt.

Welche Straßenzüge gehören dazu? Das Klimaquartier erstreckt sich über die Straßen Plückmannstraße, Kellerskamp, Bürgermeister-Tepe-Straße, Robert-Kleinert-Straße, Espelager Weg, Falkenstraße, Kampstraße, Ligusterstraße, Bachstraße, Haydnstraße, Richard-Wagner-Straße, Linckestraße, Leharstraße, Regerstraße, Wolffstraße, Lisztstraße und Mozartstraße.

Wer erarbeitet das Klimakonzept?

Die Stadt Quakenbrück hat die Deutsche Stadtund Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) und die Infas Enermetric GmbH beauftragt, ein energetisches Quartierskonzept zu erarbeiten. Experten werden den Ist-Zustand erfassen und analysieren. Konkret geht es zum Beispiel um die Bausubstanz und Energiebilanz der Häuser, um den Einsatz von regenerativen Energien wie Fotovoltaik und Erdwärme, um die Ausstattung der Straßenbeleuchtung bis hin zu der Frage, ob nicht auch ein Blockheizkraftwerk für eine zentrale Energieversorgung denkbar wäre. Ganz wichtig: Alle Verbesserungs- und Sanierungsvorschläge werden nach ihrer Energie- und Klimabilanz, aber auch nach Kosten, Nutzen und Machbarkeit abgewogen.

Welche Rolle spielen die Hausbesitzer im Klimaquartier?

Die Teilnahme der Eigentümer an diesem Vorhaben ist freiwillig. Allerdings: Ohne sie läuft nichts, da könnten die Sanierungsvorschläge technisch noch so gut sein, sagt die Stadtverwaltung. In der Bürgerversammlung sollen die Bewohner des Klimaquartiers deshalb mitbestimmen, welche Themen im energetischen Konzept behandelt werden sollen. Sie bekommen einen Fragebogen ausgehändigt, mit dem neben einigen einfachen Gebäudedaten besonders deren individuelle Situation erfragt werden: „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Immobilie, was wollen/würden Sie ändern und was benötigen Sie dafür?“

Welche Möglichkeiten haben Hausbesitzer?

Schon während der Konzepterstellung können interessierte Hausbesitzer Informationen vom Konzeptteam einholen. Sie können eine sogenannte Hausakte anfordern. Ein Energieexperte begutachtet eingehend die Immobilie, macht Vorschläge zu Energieeinsparpotenzialen, zur baulich-energetischen Optimierung und erstellt eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Der Vorteil: Während der Hauseigentümer Hinweise für eine technische Erneuerung und damit eine Erhöhung des Wohnkomforts bekommt, ist die Hausakte für das Expertenteam eine wertvolle Quelle von belastbaren Daten und Eindrücken für das Quartierskonzept.

Was kostet das energetische Konzept?

Für das Quartierskonzept und das Sanierungsmanagement zahlt die Kreditanstalt für Wiederaufbau einen Zuschuss von 65 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Stadtverwaltung geht davon aus, das ein Konzept für das „Klimaquartier Hakenkamp“ etwa 65000 Euro kostet, 19000 Euro gingen damit zulasten der Stadt.