Barrierefreiheit! Quakenbrücker Rathaus bekommt einen Aufzug!

17. Juli 2016
Das Tüv-Siegel trägt der neue Plattformlift im Quakenbrücker Rathaus bereits. In der zweiten Juli-Hälfte soll er genutzt werden können. Zurzeit erledigen die Handwerker noch ausstehende Restarbeiten. Foto: Samtgemeinde Artland

Das Tüv-Siegel trägt der neue Plattformlift im Quakenbrücker Rathaus bereits. In der zweiten Juli-Hälfte soll er genutzt werden können. Zurzeit erledigen die Handwerker noch ausstehende Restarbeiten. Foto: Samtgemeinde Artland

noz 15.07.2016 Quakenbrück. In der zweiten Juli-Hälfte sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. 100.000 Euro stehen für diese Investition im Haushalt der Samtgemeinde Artland bereit.

Das Rathaus am Quakenbrücker Marktplatz hat sich seit seiner Einweihung im Jahr 1818 baulich kaum verändert. Der Bau lässt Elemente des Klassizismus erkennen und fällt schon allein wegen der Freitreppe ins Auge. Über zwölf Stufen gelangen Besucher ins Obergeschoss, wo der historische Sitzungssaal untergebracht ist und auch der Bürgermeister der Samtgemeinde Artland samt Vorzimmer und Teeküche seinen Arbeitsplatz hat. Das Bürgerbüro im Erdgeschoss ist über einen Seiteneingang zu erreichen.

Wer auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, für den ist das Obergeschoss im Gebäude Markt 1 und das im Anbau untergebrachte Wappenzimmer, in dem auch standesamtliche Trauungen vollzogen werden, bisher nur unter Schwierigkeiten zu erreichen. Sowohl die Außentreppe als auch die Stufen vom Erd- ins Obergeschoss sind für Menschen mit Gehbehinderungen ohne fremde Hilfe kaum zu überwinden.

Lösung gefunden

Ein Zustand, der den Verantwortlichen in Rat und Verwaltung lange bekannt war und der seit einigen Tagen behoben wird. Eine Fachfirma hat im Auftrag der Samtgemeinde Artland damit begonnen, das historische Rathaus mit einem Aufzug auszustatten. Das gestaltet sich bei alten Gemäuern höchst schwierig, aber die Verwaltung ist mit der gefundenen Lösung sehr zufrieden. Es gelang, den Fahrstuhl samt Schacht in das Gebäude zu integrieren, anstatt ihn an der Außenfassade zu montieren. Eingebaut wird ein sogenannter spindelbetriebener Plattformlift. Der ist nach Herstellerangaben so konstruiert, dass er einfach zu bedienen ist und auch ohne große bauliche Veränderungen im Gebäude installiert werden kann. Weder Maschinenraum noch die sonst übliche Schachtgrube sind erforderlich.

Tüv-Abnahme bereits erfolgt

Die Bauarbeiten sind bereits weit fortgeschritten. Am Donnerstag hätten Mitarbeiter des Tüv den Plattformlift überprüft und zur Nutzung freigegeben, wie Franz-Georg Gramann, Sprecher der Samtgemeinde Artland, auf Anfrage unserer Redaktion berichtete. Zurzeit seien die Handwerker mit den Restarbeiten beschäftigt, es müssten noch Fliesen- und Malerarbeiten erledigt werden.

Günstiges Ausschreibungsergebnis

In der zweiten Juli-Hälfte soll der Aufzug genutzt werden können. Gramann: „Damit ist der Sitzungssaal, der in der Zeit vom 10. August bis 13. September als Wahlbüro für die Kommunalwahl genutzt wird, barrierefrei erreichbar.“ Wie teuer der Einbau des Plattformlifts die Samtgemeinde kommt, ist noch nicht absehbar. 100000 Euro stehen im Etat 2016 bereit. „Nach den Ausschreibungsergebnissen werden wir wohl deutlich unterhalb dieses Ansatzes bleiben“, sagte er.