„Gaunerzinken“ kommen wieder in Mode! Kriminalkommissar Reinhard Hagen zu Gast bei CDU Artland!

22. Mai 2016
Als Vertreter der gastgebenden CDU Artland bedankte sich Matthias Brüggemann (rechts) bei Kriminalkommissar Reinhard Hagen. Foto: Nicole Weymann

Als Vertreter der gastgebenden CDU Artland bedankte sich Matthias Brüggemann (rechts) bei Kriminalkommissar Reinhard Hagen.
Foto: Nicole Weymann

noz 30.04.2016 nwey Nortrup. Mit der Arbeit der Polizei in der Samtgemeinde Artland hat sich die CDU Artland während eines Diskussionsabends in Nortrup beschäftigt. Rede und Antwort stand den Christdemokraten Reinhard Hagen, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes im Polizeikommissariat Bersenbrück.

Das Artland sei definitiv kein Hort des Verbrechens – mit dieser Feststellung stieg der Erste Kriminalhauptkommissar in seinen Vortrag ein. Im Artland würden allerdings in Quakenbrück mit Abstand die meisten Delikte begangen. Die gefühlte Bedrohung entspreche nicht der Sachlage, sagte Hagen. Insgesamt seien die meisten Zahlen eher rückläufig. Das belegten die Statistiken, wobei diese immer mit Vorsicht zu genießen seien, denn vieles an den Fallzahlen sei leicht fehlzuinterpretieren oder überzubewerten.

Nicht mehr Einbrüche

„Schwerer Diebstahl hört sich beispielsweise sehr dramatisch an. Aber in diese Kategorie fällt unter anderem jeder Fahrraddiebstahl, bei dem das Fahrrad abgeschlossen war. Bei der Anzeige des Diebstahls werden in der Regel alle Fahrräder als abgeschlossen angegeben – kaum jemand gibt zu, sein Fahrrad fahrlässigerweise nicht abgeschlossen zu haben“, erläuterte der Kriminalbeamte.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche habe im Artland, im Gegensatz zum Trend, nicht nennenswert zugenommen. „Insgesamt gibt es heute mehr Tageswohnungseinbrüche. Das sind häufig Banden, die überörtlich operieren und nach der Tat möglichst schnell – am liebsten über die Autobahn, über Landes- oder Bundesgrenzen – fliehen. Dafür liegt das Artland nicht so ideal“, erklärte Reinhard Hagen. „Und die Aufklärungsquote des Kommissariats in Bersenbrück liegt deutlich über dem Durchschnitt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir oft noch aufmerksame Nachbarschaften haben, die bei der Aufklärung enorm hilfreich sind.“ Ein auffallendes Phänomen seien die wieder in Mode geratenen „Gaunerzinken“, Markierungen, die potenziellen Kriminellen mitteilen, ob beispielsweise ein Hund das Haus hüte.

Nach dem statistischen Überblick beantwortete Reinhard Hagen die Fragen der Anwesenden, so zum Beispiel die, ob eine erhöhte Polizeipräsenz die Rate an Straftaten senke. Häufigere Streifen hielten Kriminelle lokal sicher ab, Straftaten zu begehen. Das verlagere das Problem dann in der Regel auf ein weniger überwachtes Gebiet. Ständige Präsenz überall sei aber weder logistisch noch personell leistbar.