Vier Gebäude an Artlandstraße! Baugenossenschaft vor Spatenstich in Quakenbrück!

6. März 2016
Vier Gebäude plant die Baugenossenschaft Landkreis Osnabrück an der Artlandstraße in Quakenbrück. Quelle: Architekturbüro Elisabeth Weber/Baugenossenschaft Landkreis Osnabrück/Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Vier Gebäude plant die Baugenossenschaft Landkreis Osnabrück an der Artlandstraße in Quakenbrück. Quelle: Architekturbüro Elisabeth Weber/Baugenossenschaft Landkreis Osnabrück/Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

noz 19.02.2016 Quakenbrück. Die Baugenossenschaft Landkreis Osnabrück startet im Frühjahr ihr nächstes Millionenprojekt in Quakenbrück. An der Artlandstraße plant sie den Bau von vier Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 28 Wohnungen. Das Investitionsvolumen liegt bei vier Millionen Euro.

Investor ist die Baugenossenschaft Landkreis Osnabrück, die sich im vergangenen Jahr mit ihrem Konzept für eine Bebauung an dieser Stelle zunächst gegen zwei weitere Bewerber durchgesetzt und schließlich den Stadtrat überzeugt hatte. Die Stadt hatte für das Gelände Artlandstraße 17 bis 25 einen Interessenten gesucht, nachdem sie vier von fünf Mietshäusern aus den 1950er-Jahren abgerissen hatte. Das formulierte Ziel in Rat und Verwaltung: Städtebaulich soll die Fläche, die im Sanierungsgebiet „Soziale Stadt“ liegt, zu einem Vorzeigeobjekt werden.

Baugenossenschaft hat Entwurf noch optimiert

Seit dem Ratsbeschluss Ende April 2015 habe die Baugenossenschaft ihren bei Architektin Elisabeth Weber in Auftrag gegebenen Entwurf noch leicht überarbeitet, erläuterte Michael Strehl, Prokurist der Baugenossenschaft, bei einem Ortstermin. An der Zahl der Gebäude hat sich nichts verändert, jedoch seien die Wohnhöfe von drei auf zwei reduziert worden. Abstand genommen hat die Genossenschaft auch vom Bau zweier kleinteiliger Doppelhäuser am östlichen Rand des Grundstücks. Diese sollten ein- bis zweistöckig ausgelegt sein, um einen sanften Übergang zur vorhandenen Bebauung zu ermöglichen. Strehl: „Diese Chance sollen nun Investoren bekommen.“

Beginnen will die Baugenossenschaft im Frühjahr mit dem Bau des ersten Wohngebäudes in direkter Nachbarschaft zur Sporthalle. Diese soll nach den vorliegenden Plänen weitere zusätzliche Parkplätze erhalten, die an der Ostseite angelegt werden. Generalmieter im ersten Gebäude wird die Diakonische Stiftung Bethanien sein, die im Erdgeschoss auf 235Quadratmetern eine Tagespflege einrichtet, während im Ober- und Dachgeschoss acht Apartmentwohnungen – jeweils 50 Quadratmeter groß – geplant sind. „Mit der Stiftung haben wir einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen“, berichtete Michael Strehl.

Insgesamt 28 Wohnungen geplant

Die drei anderen Wohngebäude mit weiteren 20 Wohnungen – vom 50 Quadratmeter großen Zwei-Zimmer-Apartment bis zur 85 Quadratmeter großen Vier-Zimmer-Wohnung – werden nach und nach errichtet. „Sie stehen dem klassischen Mietmarkt zur Verfügung und haben einen Mittelklasse-Standard.“ Es gibt reichlich Grün, ausreichend Parkplätze, dazu Nebengebäude mit Carports, Fahrradabstellplätzen und Abstellräumen. „Das ist ein weiterer positiver Baustein für die Neustadt“, ist sich Michael Strehl sicher. Spätestens im zweiten Quartal sollen die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. Alle weiteren Gebäude würden im Halbjahres-Rhythmus fertig werden. Beheizt würden die Häuser mit moderner Wärmepumpentechnologie.

Große Nachfrage nach Wohnungen und Baupklätzen

Das Quakenbrücker Vorhaben passe zur Philosophie der Baugenossenschaft, „wieder verstärkt den Fokus auf den Mietwohnungsbau zu legen“, wie ihr Prokurist erläuterte. Der Markt verlange nach bezahlbaren Mietwohnungen. Strehl: „Es ist nicht gut, wenn Mietanfragen mit einem Achselzucken beantwortet werden.“

Die hohe Nachfrage nach Wohnungen und Bauplätzen sei in der Stadt spürbar, ergänzte Stadtdirektor Claus Peter Poppe. Die Anfragen seien höher als das Angebot, „und das hat nichts mit der Flüchtlingssituation zu tun.“

Bürgermeister Paul Gärtner freute sich über das Projekt der Baugenossenschaft. „Nicht nur dadurch wird die Bewegung in der Neustadt unübersehbar sein.“ Heinz Korte, zuständiger Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung, sagte, die vier Gebäude würden „zur Stabilisierung des Gebietes“ beitragen. Er kündigte außerdem an, dass auch das verbliebene fünfte Mietshaus an der Artlandstraße – die Nummer 21 – in Kürze abgerissen werde. Es sei gelungen, für den letzten Mieter, der dort immerhin vier Jahrzehnte gelebt habe, eine passende Wohnung zu finden.