Frauenkarneval! Tanzende Zwerge und viel Helene in Quakenbrück!

9. Februar 2016
Auf der Gitarre begleiteten das Spektakel Birgit Werner (links) und Brigitte Tüting. Foto: Katharina Preuth

Auf der Gitarre begleiteten das Spektakel Birgit Werner (links) und Brigitte Tüting. Foto: Katharina Preuth

NOZ 05.02.2016 Quakenbrück. Die einzige Karnevalsparty in Quakenbrück feierten an Weiberfastnacht die katholischen Frauen. Alle zwei Jahre legen sie bunte Perücken und Kostüme an und schunkeln im Rhythmus der Helene Fischer Schlager.

Schon vor Wochen hatte die KFD Quakenbrück alle Karten für ihre Karnevalsveranstaltung an die Frau gebracht, und sie hätte noch mehr verkaufen können, berichtete Vorstandsvorsitzende Birgit Werner. So warteten denn auch mehr als 100 Frauen in bunter Verkleidung auf die Darbietungen des Abends.

Um es gleich vorwegzunehmen, den mit Abstand besten Auftritt legte Paula Finke hin. Mit ausgeprägtem komödiantischem Talent schlüpfte sie erzählerisch in die Rolle des frisch verheirateten Lieschens. Die Fehlinterpretation von Rezepten im Besonderen und die Tücken der Ehe im Allgemeinen brachten das Publikum zum Lachen. Paula Finke zeigte, dass es für den großen Humor nicht unbedingt einer imposanten Show oder schriller Kostümierung bedarf, sondern „nur“ Talenz. „Wir sind froh, dass wir Paula haben“, sagte dann auch Vorstandsmitglied Marlene Macke.

Trockener Humor und sprühende Erotik.

Doch auch andere Programmpunkte ließen den Abend zu einem vollen Erfolg werden. Zum Beispiel Lisa Voss und Renate Brunneke, die sich beim Frisör über Hühneraugen und „Otto seine Goldene Hochzeit“ unterhalten, um an Ende festzustellen, dass beide Frauen den „erotischen Augen“ Ottos nicht widerstehen können. Die beiden zeigen, dass die Mischung aus Plattdeutsch und anzüglichem Witz passt. Gerade wegen des Kontrastes von trockenem Humor und sprühender Erotik.

Mitsingen und klatschen können die Frauen beim Auftritt von Katja Wuller als Putzfrau. Anhand der Entwicklung des Waschmittels Persil präsentieren sie und weitere Akteure die Musik der verschiedenen Jahrzehnte. Als Persil im Jahr 1994 die „Megaperls“ einführt, ist Wolfgang Petry auf dem Höhepunkt seines Erfolgs. So singen die Zuschauerinnen „Das ist Wahnsinn“ ebenso textsicher mit wie den aktuellen Evergreen „Atemlos“ von Helene Fischer.

Zuckerpuppen und Riverdance

nmariechen, für die die Moderatorinnen Dagmar Schönfeld und Petra Frechen besonderen Applaus fordern, denn die Proben hätten einige „Zerrungen und blaue Flecke“ zur Folge gehabt. Brigitte Tüting versichert als Märchenhexe, dass der Märchenwald weder dunkel noch kalt sei und Marion Schone, dass die Hebamme nicht aussterbe. Die Gruppe Artländer Riverdance trommelte mit leeren Gläsern und die Zuckerpuppen aus der Bauchtanzgruppe zeigten heiße Moves, genau wie die tanzenden Zwerge.

Für die Männerquote standen Pastor Ralf Krause als Inselpfarrer Ebbe Ebbesen auf der Bühne und Pfarrer Bernhard Lintker mit Unterstützung von Herbert Macke. Als gut gebaute Frauen im Bademantel und nach einem Kostümwechsel im Fitnessdress sahen letztere zwar umwerfend aus. Sie mussten jedoch kurzfristig improvisieren, nicht nur weil Herbert Macke einer von zwei Ballons platzte, sondern auch, weil zwischendurch Requisiten nicht auffindbar waren. Das tat dem Spass aber keinen Abbruch.