Erster Abschnitt fast fertig! Bagger räumen Bahnbrache Quakenbrück zügig ab!

9. Februar 2016
Werbefläche: Der Zweckverband Hasetal nutzt die Fassade des alten Stellwerks, um seine Draisinentouren zu bewerben. Es gibt Pläne, das Gebäude zu einem Draisinenbahnhof umzubauen. Entschieden ist das aber noch nicht. Foto: Christian Geers

Werbefläche: Der Zweckverband Hasetal nutzt die Fassade des alten Stellwerks, um seine Draisinentouren zu bewerben. Es gibt Pläne, das Gebäude zu einem Draisinenbahnhof umzubauen. Entschieden ist das aber noch nicht. Foto: Christian Geers

NOZ 29.01.2016 Quakenbrück. Im November hat die Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft (Oleg) begonnen, das frühere Bahngelände in Quakenbrück von Altlasten zu befreien. Nach zwei Monaten haben die Bagger ganze Arbeit geleistet: Die 5,3 Hektar große Fläche ist zum größten Teil abgeräumt. Ende Februar soll dieser erste Bauabschnitt abgeschlossen werden.

Wie Maulwürfe wühlen sich die Bagger der Firma Wittfeld durch das Gelände. Sie stoßen die Schaufeln tief ins Erdreich und fördern alles das zutage, was auf dieser Fläche einst für einen Bahnbetrieb unverzichtbar war: Schotter, Fundamente einstiger Betriebsgebäude wie Lok- und Wagenschuppen sowie Laderampen. Dazwischen befinden sich jede Menge Müll und Baumwurzeln. Denn seit das Gelände brach lag, hatte sich die Natur das Gelände Stück für Stück zurückerobert. 2011 hatte die Stadt Quakenbrück schon einmal alle Büsche und Sträucher entfernt.

Was die Bagger hinterlassen, gleicht in Teilen einer wüsten Mondlandschaft. An vielen Stellen haben sich Regenwasser und der getaute Schnee zu großen Wasserflächen verbunden. Aufgeschüttete Erdwälle aus Sand und Mutterboden durchziehen die Fläche.

Altöl, Petroleum und Schwermetall im Boden vermutet

Doch beim Abräumen der Bahnbrache ist durchaus Vorsicht geboten: Vom ersten Tag an begleitete die Osnabrücker Firma Umtec die Arbeiten. Denn es gibt durchaus sensible Stellen in dem weitläufigen Gelände: so genannte Altlastenverdachtsflächen, auf denen früher Betriebsgebäude standen und unter denen durchaus umweltgefährdende Stoffe im Boden versickert sind: Altöl, Petroleum und andere Schwermetalle belasten laut Gutachten das Erdreich. Deshalb ließ das Unternehmen regelmäßig Bodenproben untersuchen, um den Grad der Verschmutzung zu ermitteln.

Vor Ort waren auch Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes, die Ausschau nach Blindgängern und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg hielten. Das Bahnhofsgelände liegt nicht weit vom früheren Fliegerhorst entfernt und war ein Ziel alliierter Bomberverbände.

Ausschreibung für weiteren Bauabschnitt wird vorbereitet

Der ausgekofferte Boden wurde je nach Belastung verladen und entsorgt. Insgesamt sind bis heute nach Angaben der Stadtverwaltung rund 4500 Kubikmeter Material abtransportiert worden. 12500 Kubikmeter Erdreich sind auf dem Gelände zu Haufen aufgeschüttet worden und können verwendet werden, um die Fläche hinterher einzuebnen. Ziel von Oleg und Stadt Quakenbrück ist, das Gelände so schnell wie möglich baureif zu machen und für Wohn- und Gewerbezwecke zu vermarkten.

Dazu ist aber noch ein zweiter Bauabschnitt erforderlich: Zurzeit wird die Beräumung der östlich der Bahnlinie und südlich der Wilhelmstraße liegenden Flächen geplant. „Die Ausschreibung erfolgt in Kürze“, sagte Stadtsprecher Franz-Georg Gramann.