Erneute Spendenaktion geplant! Quakenbrücker Flüchtlingshilfe sammelt weiter!

22. November 2015
Das Team der Flüchtlingshilfe Hesepe hat acht Wochen lang Spenden sortiert und in Kartons verstaut. Foto: Katharina Preuth

Das Team der Flüchtlingshilfe Hesepe hat acht Wochen lang Spenden sortiert und in Kartons verstaut. Foto: Katharina Preuth

noz 16.11.2015 Quakenbrück. Mehr als zwei Monate ist es her, dass hunderte Menschen dem Spendenaufruf der Flüchtlingshilfe Hespe um Quakenbrückerin Anne Seggelmann folgten. Bis jetzt hat ein Team von Freiwilligen die Spenden Abend für Abend sortiert, geordnet und in Kartons verpackt. Vieles ist bereits im Erstaufnahmelager in Hesepe angekommen. Weitere Spenden hat das Team nach Borkum oder Wilhelmshaven gebracht. Jetzt ruft die Flüchtlingshilfe zu weiteren Spendenaktionen auf, und zwar am 18. und 21. November.

„Es läuft gerade in etwa so, dass wir Bescheid bekommen, wo etwas fehlt und wir dann liefern“, erklärt Initiatorin Anne Seggelmann. Mittlerweile trägt sie nicht mehr die alleinige Verantwortung für das Projekt, das sie ins Leben gerufen hat. Als sie Anfang September über Facebook zum Spenden für Hesepe aufgerufen hatte, war Anne Seggelmann überwältigt von der Hilfsbereitschaft. Viele Tonnen Kleidung, Koffer und Spielsachen konnte sie sammeln . Geplant war es, die Spenden direkt mit mehreren voll beladenen Lastwagen nach Hesepe zu bringen. Schon dort haben ihr viele freiwillige Hände geholfen, die Abgabe vor Ort zu koordinieren und organisieren. Dennoch standen ihnen zu viele Flüchtlingen gegenüber, die verzweifelt zum Nötigsten griffen. Die Vergabe mussten sie an dieser Stelle abbrechen.

Seitdem hat sich ein fester Kern von 25 Helfern allabendlich von 17 bis 22 Uhr in einer Lagerhalle in der Badberger Straße in Quakenbrück getroffen. Innerhalb von acht Wochen haben Die es geschafft, der Flut der Spenden Herr zu werden. Gleich zu Beginn sind etwa 68 Paletten auf zwei Lkw nach Bramsche gegangen, erzählt Hermann Urban, ein Helfer der ersten Stunde. Die Firma Sanders habe ein Lager zur Verfügung gestellt, um von dort direkt die Kleiderkammer in der Landesaufnahmebehörde zu beliefern. „Sie benötigten vor allem Winterkleidung, Schuhe, Decken, Kissen, Koffer und Spielzeug“, so Hermann Urban.
100 Schneeanzüge

Dann bekamen die Helfer einen Anruf der Flüchtlingshilfe in Wilhelmshaven, dort würden bereits jetzt 600 Flüchtlinge in einer Kaserne unterkommen, bis Januar würden sie 3000 weitere erwartet. Also packten die Quakenbrücker Kartons auf 75 Paletten und fuhren mit einigen Helfern hoch an die Nordsee. Mehr als zwei Tonnen hätten sie auch nach Borkum gebracht, sagt Hermann Urban, der den Überblick über die abgegebenen Spenden behält. „Hermann fährt immer mit“, freut sich Anne Seggelmann. Dieser erzählt, dass sie dank der AG Ems Fähre mit den Spenden umsonst auf die Insel hätten über setzen können. „Ein Hotelier auf Borkum hat uns bei sich übernachten lassen“, freut sich Hermann Urban über die Hilfsbereitschaft. Anne Seggelmann ergänzt, dass sie so viel Hilfe bekämen, dass sie die Sponsoren gar nicht alle aufzählen könne. Es gab gesponsortes Catering für die abendlichen Sortierer, immer wieder Kuchen und Kaffee. Dann die Transporter und Lastwagen für die Fahrten, die Halle, in der sie die Spenden lagern. Die Liste ist lang. „Eines Abends lagen 100 Schneeanzüge von einem anonymen Spender vor der Tür“, sagt Anne Seggelmann. Sie erzählt weiter von 100 Kinderwagen und 100 ungetragenen Winterschuhen, die gespendet worden seien.

Neben den großen Abgabeaktionen, wie in Hesepe, Wilhelmshaven und Borkum gab es kleinere Projekte. So hätten sich Lotsen, der im Artland lebenden Flüchtlinge gemeldet, weil ihre Schützlinge Kleidung benötigen. Ein Kindergarten habe um Unterstützung gebeten. Auch habe sich der Sozialdienst katholischer Frauen aus Fürstenau gemeldet. „Wir konzentrieren uns nicht mehr nur auf Hesepe. Wir helfen dort, wo etwas gebraucht wird“, erklärt die Initiatorin.

Erneuter Spendenaufruf

Mit dem Sortieren der Spenden sind die Helfer fertig. „Jetzt weiß ich gar nicht, was ich abends machen soll“, so Ursula Schreck augenzwinkernd. Doch neue Arbeit wartet bereits auf die Freiwilligen. Für den 18. und 21. November hat das Team der Flüchtlingshilfe Hesepe erneut zu Spendenaktionen aufgerufen. In der Zeit von 18 bis 21 Uhr können Spenden am Mittwoch in der Badberger Straße 3 abgegeben werden. Ein weiterer Termin ist am Samstag von 10 bis 15 Uhr geplant. Folgende Dinge werden besonders benötigt: Kinderwagen, Koffer, Unterwäsche, Herren Winterjacken in den Größen XS und S, Socken, Handschuhe, Mützen und Kinderjacken ab Größe 146. Die Flüchtlingshilfe bittet darum, weder Sommersachen noch Herrenbekleidung in den Größen L/XL abzugeben.