Ergreifender Friedensappell! Quakenbrücker Musiktage Auftaktkonzert: hochaktuell!

31. Oktober 2015
Das Konzert des Philharmonischen Chores Quakenbrück eröffnet am 8. November die Quakenbrücker Musiktage 2015. Fotos: Quakenbrücker Musiktage

Das Konzert des Philharmonischen Chores Quakenbrück eröffnet am 8. November die Quakenbrücker Musiktage 2015. Fotos: Quakenbrücker Musiktage

NOZ 30.10.2015 Quakenbrück. Mit einer „Messe für den Frieden“ eröffnen die Quakenbrücker Musiktage ihr Jubiläumsprogramm am Sonntag, 8. November, um 18 Uhr in der St.-Marien-Kirche. Seit 30 Jahren prägen sowohl in der Region bekannte Künstler als auch namhafte Musiker aus aller Welt das beliebte Musikevent. Den Anfang machen in diesem Jahr der Philharmonische Chor Quakenbrück und das Staatliche Sinfonieorchester Kaliningrad.

Unter Beteiligung von Chorioso, Chor der Musikschule Romberg aus Dinklage, befreundeten Mitgliedern des Motettenchores Friesoythe und des Mozart-Konzertchores Hagen/Westfalen sowie von einem Musikkurs des Artland-Gymnasiums Quakenbrück (AGQ) werden mehr als 110 begeisterte Sänger Karl Jenkins weltweit gefeierte Friedensmesse „The Armed Man“ zu Gehör bringen. Mit diesem beeindruckenden „Joint-Venture-Projekt“ gibt gleichzeitig die junge Quakenbrücker Kantorin Ji Kyung Lee ihr Konzertdebüt.

Beliebte Komposition

Das erst im Jahr 2000 uraufgeführte Werk von Karl Jenkins, seine beliebteste Komposition, löst immer wieder große Begeisterung, aber auch tiefe Ergriffenheit aus.

Karl Jenkins, 1944 geboren und im Juni 2015 als erster walisischer Künstler von der englischen Queen zum Ritter geschlagen, erlangte mit der Band Soft Machine große Bekannt- und Beliebtheit. Mit seinem legendären Ensemble Adiemus erlangt Jenkins nach 1980 sowohl im Pop- als auch im klassisch symphonischen Terrain Weltgeltung. Seine stets breit und konzertant angelegten Chor-Arrangements enthalten sowohl Pop- als auch Symphonikelemente sowie geistliche Chormusik und auch ethnische Rhythmen. Nicht zuletzt bedient sich ein David Garrett der populären Jenkins-Melodien, ob aus „Palladio“ oder „The Armed Man“.

„Better is peace“

In „The Armed Man“ bestechen kunstvolle Verflechtungen verschiedener textlicher Elemente mit vielfältigen musikalisch-harmonischen Mitteln: So basiert das Oratorium einerseits auf Texten der katholischen Messliturgie und Psalm-Texten, die Jenkins zum Beispiel mit einem französischen Soldatenlied aus dem 15. Jahrhundert, mit dem islamischen Gebetsaufruf eines Muezzins oder einem japanischen Gedicht im Gedenken an den Bombenabwurf über Hiroshima verbindet.

In der Messe selbst fehlt das Gloria. Dies erschließt sich aus den Zusammenhängen: Jenkins macht mit dem Erklingen des Agnus Dei – Benedictus die zuvor schrecklichen Szenen kriegerischen Handelns vergessen. Statt mit einem monumentalen Gloria schließt das Werk mit einem quasi Bach’schen Choral friedfertig in der Erkenntnis „Better is Peace“.

Eindrucksvoll wirbt Karl Jenkins mit seiner hoch emotionalen Musik für Toleranz der Religionen und Frieden unter den Menschen – ein gerade heute wieder so hochaktuelles Thema, weltweit!