St.Sylvester vor großen Aufgaben! Das Brockhaus in Quakenbrück erstrahlt in neuem Glanz!

13. August 2014
Viel Fingerspitzengefühl erforderte die Auffrischung der Balkeninschriften. Foto: Heiko Bockstiegel Renovierung Brockhaus (2)

Viel Fingerspitzengefühl erforderte die Auffrischung der Balkeninschriften. Foto: Heiko Bockstiegel
Renovierung Brockhaus (2)

NOZ 12.08.2014 Quakenbrück. Vor großen Herausforderungen steht der Kirchenvorstand von St. Sylvester. Teilweise sind es „Herkules-Aufgaben“, die in den kommenden Jahren noch viele Unterstützer brauchen. Auf dem baulichen Sektor konnte inzwischen mit der Renovierung des „Brockhauses“ ein erstes Projekt fertiggestellt werden, denn der Erhalt dieser in der Region einzigartigen Einrichtung für die kirchliche Jugendarbeit ist der Gemeinde besonders wichtig.

„In den vergangenen zwölf Monaten haben wir vieles auf den Weg gebracht“, freut sich auch Pastor Wolfgang Thon-Breuker mit dem Kirchenvorstand über die bisher erzielten Erfolge: „Vor allem die Sicherung des historischen Gebäudebestands ist eine ungewöhnliche Herausforderung.“ Mithilfe großzügiger Zuwendungen, vor allem dank der Unterstützung durch den Kirchenkreis Bramsche, durch Kollekten, Spenden sowie ein „freiwilliges Kirchgeld“ werden schrittweise weitere Renovierungsarbeiten an den kircheneigenen Gebäuden vorgenommen. All das geschieht im Rahmen der Aktion „Kirche blüht auf“ und betraf zunächst auch das „Brockhaus“.

Die evangelische Kirchengemeinde St. Sylvester hatte das nach Kriegszerstörung 1945 wiederaufgebaute ehemalige Geschäftshaus der Weinhandlung Brockhaus im Jahre 1979 erworben. In unmittelbarer Kirchennähe verfügte die Gemeinde seither über ein denkmalgeschütztes geschlossenes Ensemble mit Pfarrhaus, Küsterhaus (heute Kinderkrippe), ehemaligem Kantorenhaus und eben dem „Brockhaus“, das von Anfang an ein Domizil für die Jugendarbeit und über viele Jahre des „Eine-Welt-Ladens“ wurde. Bis heute sieht die evangelische Jugend von St. Sylvester hier ihre ehrenamtliche Aufgabe in der Verbindung von „Theorie und Praxis“. Im Laufe der Jahre stellte sich dann heraus, dass zur Substanzerhaltung des Brockhauses dringend eine vollständige Renovierung notwendig war. Mit dem unmittelbaren Nachbarhaus An der St.-Sylvester-Kirche 1 stellten beide Bauwerke ein wichtiges Projekt im Rahmen der Innenstadtsanierung dar. Es galt, so viel alte Bausubstanz wie möglich zu erhalten. Bei den Renovierungsarbeiten zwischen 1987 und 1989 wurde übrigens auf dem Dachboden des Brockhauses ein Balken mit der Inschrift „Jesu Las in Namen dein unser ein und Ausgang sein“ gefunden, der über der inneren Eingangstür seinen Platz fand.

Nach der erneuten, jetzt abgeschlossenen Außenrenovierung präsentiert sich das Brockhaus wieder in altem Glanz. Nach dem Austausch der morschen Windfedern galt ein besonderes Augenmerk der Fugenausbesserung sowie dem Neuanstrich des Fachwerkes mit gleichzeitiger Auffrischung der Balkeninschriften. Sehr viel Idealismus und Einsatz zeigte die evangelische Jugend. Aufgrund ihrer Initiative wurde das „Innenleben“ des Gebäudes zunächst komplett entrümpelt, und der sich anschließende Innenanstrich geschah vollständig in Eigenleistung.

Es passiert also viel rund um die St.-Sylvester-Kirche. Die Renovierung des Brockhauses, die naturnahe Spielplatzgestaltung am Kindergarten und die Pflanzaktion rund um den St.-Sylvester-Kirchhof waren erst der Anfang. Mit der Aktion „Kirche blüht auf“ sind weiterhin Spenden gefragt, um die weiteren anstehenden Maßnahmen zu ermöglichen.

Ganz oben auf der Agenda steht dabei vor allem die grundlegende Sanierung des Hermann-Bonnus-Hauses und, als größtes Vorhaben, die Innenrenovierung der St.-Sylvester-Kirche selbst. Dringend erforderlich ist in diesem Zusammenhang auch ein Anstrich der Glockenstühle und der Stahlglocken, um den unerbittlichen Rostbefall zu stoppen.