Hunderte Schaulustige! THW Quakenbrück sprengt Schornstein in Cloppenburg!

11. August 2014

NOZ 10.08.2014 Cloppenburg/Quakenbrück. „Es hat alles prima geklappt,“ freut sich Frank Albutat, Sprengbeauftragter des Technischen Hilfswerks (THW). Am Sonntagvormittag hat er gemeinsam mit vielen Mithelfern, darunter mehr als 30 Ehrenamtlichen seines THW-Ortsverbandes Quakenbrück,den alten Schornstein auf dem Gelände der ehemaligen Fleischwarenfabrik Friedrich Pieper in

Der Schornstein fällt wie berechnet. Foto: Heinz Benken

Der Schornstein fällt wie berechnet. Foto: Heinz Benken

Cloppenburg gesprengt. Nach dem exakt vorberechneten Fall zwischen die beiden noch stehenden Bauruinen des Geländes ist der zuvor 36 Meter in die Luft ragende Schornstein nach der Sprengung nur noch BauschuttDie Sprengung erfolgte als THW-Übung und erregte großes Medieninteresse. Auch einige Hundert Schaulustige waren gekommen, um außerhalb des groß angelegten Sperrbezirks das Schauspiel zu erleben. Die Aktion war auf einen Sonntagvormittag gelegt worden, um Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich zu halten.

Dem Sprengbeauftragten Frank Albutat standen eine große Zahl von (meist ehrenamtlichen) Einsatzkräften des THW, der Feuerwehr, des DRK, der Polizei und der Bundespolizei zur Seite. 1,2 Kilogramm Sprengstoff wurden verwendet, um den 36 Meter hohen Schornstein aus Ziegelmauerwerk zum Fall zu bringen.

Seit Februar läuft bereits der Abriss der früheren Fleischwarenfabrik Pieper auf Hochtouren. Das Gelände gehörte bis vor Kurzem der Firma Kemper Fleischwaren in Nortrup und befindet sich jetzt im Besitz eines Investors. Der Schornstein, der Ende der 60-er Jahre errichtet worden war, war baufällig und hatte schon lange keine Funktion mehr.

Für die Sprengung des Schornsteins war ein Sicherheitsabstand von 270 Metern vorgeschrieben. Um die Bevölkerung vor der höchst unwahrscheinlichen Gefahr herumfliegender Bauteile zu schützen, wurden außerdem Straßensperrungen eingerichtet und Anwohner evakuiert.

Die Sprengung war von Gerhard Fangmann, dem Ortsbeauftragten des THW Cloppenburg drei Monate lang vorbereitet worden. „Ich musste zahlreiche Telefonate und Gespräche mit den Behörden führen,“ berichtet er. „Dann erfolgten umfangreiche Berechnungen anhand der vorliegenden Baupläne.“ Das THW hatte zur Vorbereitung der Sprengung alle baulichen Unterlagen erhalten, auf deren Grundlage die erforderlichen Berechnungen für die Sprengung erfolgen sollten.

Für die Aktion wurden 27 Bohrungen im Mauerwerk, das unten am Fuß 2,70 Meter breit und oben in der Spitze 90 Zentimeter breit war – vorgenommen. Für die Sprengung wurde der Schornstein vorab mit Draht, Stoffbahnen und Strohballen gesichert. „Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass weniger Streuung anfällt,“ erläuterte Abultat. Am Sonntag um 11.15 Uhr wurde die Sprengung mit einem lang anhaltenden Hornsignal angekündigt. Ein zweimaliges kurzes Hornsignal kündigte die laufende Sprengung an. Mit einem dreimaligen Signal wurde dann die erfolgreiche Sprengung beendet.