„Etwas Ähnliches wie Fleisch“ Ministerin Johanna Wanka besucht DIL in Quakenbrück

19. Mai 2014
DIL-Chef Volker Heinz erläuterte Johanna Wanka (Mitte), Bundesministerin für Bildung und Forschung, die Arbeit des Instituts. Fotos: Björn Thienenkamp

DIL-Chef Volker Heinz erläuterte Johanna Wanka (Mitte), Bundesministerin für Bildung und Forschung, die Arbeit des Instituts. Fotos: Björn Thienenkamp

Quakenbrück NOZ 19.05.2014. Gibt es beim Besuch des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück eigentlich zwangsläufig auch etwas zu essen? Eigentlich nicht, denn DIL-Chef Volker Heinz will da nichts aufdrängen. Als Johanna Wanka, die Bundesministerin für Bildung und Forschung, am Samstagnachmittag nach reichlich Theorie auch nach einer Geschmacksprobe fragte, hatte Heinz schnell Soja parat – wie Huhn beim Chinesen.
Wanka kennt das DIL bereits von ihrem Besuch 2011, damals noch als niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur. Dieses Mal berichtete Heinz ihr insbesondere von dem Gemeinschaftsunternehmen NieKE, dem Niedersächsischen Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft, vom DIL und der Universität Vechta, vertreten durch die Professorin Christine Tamásy.
„Das soll Kräfte bündeln in der Region und Kompetenzen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenführen. Wir ergänzen uns wunderbar“, sagte Tamásy mit Blick auf ihre „forschungsbezogene Vita“. Von innovativen Produkten, den vier Geschäftsbereichen, der besseren Verwertung von Proteinen, Nutzung von Greiftechnik aus der Robotik und Bio-Ökologie berichtete Heinz weiter.
„Wir sind ein außeruniversitäres Forschungsinstitut, der Erfolg ist der Antragstellung ausgesetzt, in den letzten Jahren waren wir wirtschaftlich ganz gut unterwegs“, fasste Heinz hinsichtlich des Konjunkturpaketes II zusammen. „Bei AIF sind einige Anträge fehlgelaufen, insgesamt hat es uns eine Million nach unten gehauen“, verglich er die Entwicklung von 2012 zu 2013. „Die Einsatzorte reichen von Tasmanien bis Kanada“, sagte er über „gepulste elektrische Felder“.
„In der Bioökonomie geht es um nachhaltige Agrarprodukte, gesunde und sichere Lebensmittel“, führte Heinz aus. „Das Programm wird nicht heruntergefahren, es ist eine reine Haushaltsfrage“, sicherte Wanka zu. „Ein Mensch alleine benötigt 120 Watt, nutzt er aber Auto und Fernsehen, so werden daraus fünf Kilowatt“, gab Heinz an. „Was ist das bestverkaufte Produkt von Nestlé in Afrika?“, fragte er in die Runde und verblüffte mit der Antwort: „Maggi-Brühwürfel.“
Heinz sprach auch die Versorgung von Megastädten an, verglich Tokio mit Dhaka, erzählte von der Heparin-Gewinnung aus Dünndarmmukosa. „Sie haben das hochspannend und geschickt präsentiert“, lobte die Ministerin.
„Etwas Ähnliches wie Fleisch, was auch schmeckt“, werde durch die niedersächsische Firma „Like Meat“ und „Beyond Meat“ in Kalifornien bereits angeboten, sagte Heinz. Nach der Führung durch das Technikum mit einem Blick auf diverse Maschinen probierte Wanka dann auch von einem Produkt.
„Das hat ordentlich Biss und könnte vom Teller beim Chinesen kommen“, empfand sie. „Das ist Soja mit dem Geschmack von Huhn, kann auch als Schnitzel oder Lasagne angeboten werden“, verriet Heinz.