160 Quakenbrückerinnen feiern Weiberfastnacht

2. März 2014

kfd 2NOZ 01.03.2014 Quakenbrück. Ein mehrstündiges Programm servierten die Akteurinnen des kfd-Karnevals 160 fröhlichen und kostümierten Närrinnen des Artlandes in der Schützenhalle Hengelage, wo sie anschließend bis Mitternacht die Weiberfastnacht nach allen Regeln der Kunst feierten. Nobler Nonsens strapazierte Lachmuskeln und Zwerchfell der Gäste aufs Höchste, während die einstudierten Gesangs- und Tanzdarbietungen zur Augenweide gerieten.
m abendlichen Verlauf hagelte es Applaus, Raketen und Zugaben für die dynamischen Darbietungen auf der Narrenbühne – ein facettenreiches Feuerwerk des Faschings auf ganz hohem Niveau.
Nach dem furiosen Einzug von Vorstand, Moderatorinnen und dem Kreis junger Frauen in den Narrensaal, erfolgte die Begrüßung durch Birgit Werner. Einen köstlichen Auftakt in der Bütt machte Birgit Handke im KFDfeschen Dirndl, deren Liebe zum Allgäuer Wunderland sich schneebedingt in puren Hass verwandelte. Auch die 80-jährige Paula Finke begeisterte mit ihrem trockenen Humor Alt und Jung. Als zerstreuter Professor kämpfte sie mit den Tücken von Darmschlingen, Lokusbrillen und anderen Stolperfallen des Alltags.
Mit todernster Miene malte Finke in allen Farben ein Gewitterszenario auf der Hasebrücke, bei dem der „liebe Herrgott kein Spaß vertragen konnte“. Das humorige Spektakel der Stimmungskanone ließ kein Auge trocken und forderte zum Mitsingen und Schunkeln heraus. So richtig in Wallung geriet das Blut während des bewegungsintensiven „Pferderennens“ von Sarah Ostermann, die das Publikum zwischen Seniorentribüne und Wassergraben zum Galoppieren und Traben brachte. Zur parodistischen Meisterleistung avancierte der Neutralisator-Sketch der Gruppe 007, bei dem eine Wunderbox mithilfe von betäubendem Alkohol skurrile Heilerfolge erzielte. Behandlungen der ganz eigenen Art pries Marion Schone in ihrem Massage- und Fitness-Center an. Blond gelockt, entpuppte sie sich als verschärfte Rückenquälerin, die sogenannten Fressathleten und deren Leibesfülle den Kampf ansagt. Gegen entsprechend hohe Gage natürlich, Krankenkassen-Patienten mussten sich mit einem Schlag in den Nacken begnügen. Szenen einer Ehe gaben Lisa Voß und Renate Brunnecke in den amüsanten Sketchen „Emma und Otto im Urlaub“ und „Eheberatung“ zum Besten. Die Urgesteine des kfd-Karnevals lüfteten nicht nur erotische Küchengeheimnisse, sondern demonstrierten, wie sich ein ganz normaler Mann in einen Pantoffelhelden verwandelt.
Beliebte Klänge auf Kölsch intonierte Katja Wuller während einer Reise durch die Quakenbrücker Innenstadt zusammen mit der „mexikanischen“ Gitarrengruppe von Katharina Abeln. Letztere dirigierte auch das wild perückte und wahnwitzige Sinfonieorchester nach der „Trisch-Trasch-Polka aus dem Köchelverzeichnis 007“ – eine fernsehreife Klassikparodie auf Luftpumpen. Dynamische Tanzeinlagen der Funkenmariechen und der Fiz-Mädchentanzgruppe sowie das Liederpotpourri des Kreises junger Frauen hoben das Stimmungsbarometer, bevor Pfarrer Bernhard Lintker und Herbert Macke als Rom-Pilgerinnen im Büßergewand die Herzen der Damen humoristisch eroberten. Dabei debattierten sie um die Höhe ihres Sündenregisters und die peinigenden Erbsen in den Schuhen.