CDU Bürgermeisterkandidat Frank Wuller und MIT informierten sich vor Ort

27. Februar 2014
Überrasacht und beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer der MIT von der Arbeit hinter dem Zaun und der Schranke. Der Blick auf die Hallen des VIZ Quakenbrück wird in Zukunft wohl ein anderer sein. Foto: MIT

Überrasacht und beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer der MIT von der Arbeit hinter dem Zaun und der Schranke. Der Blick auf die Hallen des VIZ Quakenbrück wird in Zukunft wohl ein anderer sein. Foto: MIT

Bundeswehrhallen in Quakenbrück werden umgestaltet
NOZ 19.02.2014 Quakenbrück. Dieser Tage öffnete sich die Schranke für die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Artland (MIT) zu einer anderen Welt: dem VIZ Quakenbrück. Oder ehemals Bundeswehr-Sanitätsdepot.
Flottenapotheker Wilfried Fellmann und Kapitänleutnant Lorenz Lüttkenhaus hießen 20 Mitglieder und Interessierte, darunter auch den CDU-Bürgermeisterkandidaten Frank Wuller, auf dem Bundeswehrgelände an der Friedrichstraße willkommen.
Die beiden Offiziere erläuterten kompetent und sehr verständlich den Standort Quakenbrück und seine geänderte Funktion im Bundeswehrverband im Jahr 2014. Das ehemalige Bundeswehr-Sanitätsdepot heißt nun „Versorgungs- und Instandsetzungszentrum Sanitätsmaterial Quakenbrück“ kurz VIZ. Es gibt nur noch zwei weitere Standorte mit Einrichtungen dieser Art in der Bundesrepublik: Blankenburg und Pfungstadt.
Seit 2008 wurden alle Weichen gestellt, etwa 46 000 Soldaten kurz- und mittelfristig mit Arzneimitteln und Medizinprodukten zu versorgen, deren Einkauf aus der Industrie zu optimieren und die Instandsetzung, Kalibrierung und Wartung von Medizintechnik zu gewährleisten. Des Weiteren wird das Bundeswehr-Krankenhaus in Westerstede mit Arzneien versorgt sowie die drei Einsatzlazarette auf den Einsatzgruppenversorgern der Bundesmarine über die zum VIZ gehörige Apotheke in Wilhelmshaven.
Auch organisieren Wilfried Fellmann und seine 164 Mitarbeiter, darunter 13 Offiziere inklusive der zehn Apotheker, sowie 14 Azubis im Wesentlichen die medizinische Versorgung der humanitären Einsätze der Bundeswehr im In- und Ausland. Exemplarische Beispiele für diese Einsätze sind der Oderhochwasser-Einsatz 2013, die Einsätze in Mali und am Horn von Afrika sowie nach wie vor der Kosovo.
Der Standort Quakenbrück ist Tag und Nacht mit mindestens fünf Personen besetzt, um schnellstens auf notwendige Einsätze reagieren zu können.
Die ehemaligen Lagerhallen werden nach und nach zu zeitgerechten System- und Arbeitshallen mit Sicht auf das neue Arbeitsumfeld ausgestaltet. Seit 2008 wurde so eine moderne Optik-Werkstatt eingerichtet, über die die Truppe mit Sehhilfen und Kontaktlinsen versorgt wird. Dafür sind drei Optiker vor Ort, demnächst ergänzt durch zwei mobil einsetzbare Kollegen. Weiterhin verfügt das VIZ über ein chemisches Labor, in dem laut Fellmann nahezu auf Uni-Niveau Apotheker ausgebildet werden können. Weiter ging es durch die Laborräume der Rezeptur, in der die Apotheke die Herstellung von Salben und Lösungen betreibt. An der Sauerstofferzeugungs- und -befüllungsanlage vorbei ging es durch die Werkstätten für die Instandsetzung und Kalibrierung von Medizintechnik. Neben diesen Werkstätten sind es fünf mobile Instandsetzungstrupps, die für die Wartung und Instandhaltung bis hin zur Reparatur von Medizingeräte zur Verfügung stehen.
Als ein Kernstück im VIZ wurden die Lagerhallen für Sanitätsmaterialien vorgeführt. Permanent fertig gepackte Kisten warten dort auf den eventuellen und schnellen Einsatz: Bis zu 10 000 Soldaten können direkt aus dem eigenen Bestand für mindestens 14 Einsatztage bedient werden. Für einen Bedarf von weiteren 13 Tagen befindet sich das Material in einer Art Beschaffungspipeline, die entsprechend der Befehlslage umgehend aktiviert werden kann.
Der Rundgang führte weiter durch Hallen mit verschiedenen Apothekenartikeln (27 000 Produkte im Sortiment, davon 3000 permanent eingelagert).
Von Wolldecken über Tragen bis hin zu Anti-Seren für die Behandlung giftiger Schlangen- und Spinnenbisse wird hier ein breites Spektrum an Material bewirtschaftet. Ebenso müssen eine Vielzahl Impfstoffe termingerecht gelagert und gekühlt versandt werden, was mit Spezialtransportbehältnissen erfolgt, die bis zu 14 Tage die Kühltemperatur halten können.
Zur personellen Situation im Artland erklärte Fellmann, dass inzwischen so viele verschiedene Berufe im VIZ benötigt würden, vom Lastkraftwagenfahrer bis zum Apotheker, vom Mechatroniker bis zum Optiker, PTA und PKA, SAP- und sonstige EDV-Experten, dass es auch für viele Paare interessant sei, ihren Lebensmittelpunkt ins Artland zu verlagern. Mit 75 Prozent Frauenanteil in der Führung und 40 Prozent bei den weiteren Soldaten sei das VIZ keineswegs mehr ein reiner Männerarbeitsplatz.