„Riesenchance für die Region“ Artländer Samtgemeinderat macht Weg frei für Business- und Innovationspark in Quakenbrück

1. März 2013
Fotomontage DIL

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noz.28.02.2013 Quakenbrück. In diesem Jahr will die Samtgemeinde Artland den gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) initiierten Business- und Innovationspark Quakenbrück (BIQ) einen entscheidenden Schritt voranbringen. „Das ist eine Riesenchance für die Region“, sagte Samtgemeindebürgermeister Reinhard Scholz. Er hält erste Firmenansiedlungen auf dem Gelände an der Professor-von-Klitzing-Straße noch in diesem Jahr für möglich. Das Vorhaben: Als Wirtschaftsstandort sei die Stadt Quakenbrück austauschbar, stellte Scholz in der Sitzung des Samtgemeinderates am Dienstagabend fest. Doch mit dem DIL besitze die Stadt ein Zugpferd, dessen dynamische Entwicklung der vergangenen Jahre ihr ein Alleinstellungsmerkmal verschaffe.
Nach Ansicht des Samtgemeindebürgermeisters könnte sich der Schwerpunkt des DIL auf die Bioökonomie zu einem Magneten entwickeln, Ausgründungen und Neugründungen von Firmen seien sehr realistisch. Scholz: „Solche Firmen suchen ganz gezielt die Nähe zum Institut.“ Die Bioökonomie biete ein „ungeheures Potenzial“. Auf lange Sicht seien bis zu 600 neue Arbeitsplätze möglich „in Unternehmen, die sich sonst nicht für Quakenbrück interessieren“.
Angesiedelt werden soll der Business- und Innovationspark (BIQ) auf einem etwa 6000 Quadratmeter großen Gelände an der Professor-von-Klitzing-Straße, das sich noch im Besitz der Firma PPS befindet. Der Quakenbrücker Rohrleitungs- und Pipelinebauer gibt diese Flächen ab und hat im Gegenzug Interesse am früheren Werksgelände der Firma Lear. Die Stadt Quakenbrück, so Scholz, habe mit dem Kauf der 6000-Quadratmeter-Fläche bereits eine Grundlage für die Planungen geschaffen. Die Ansiedlungen im BIQ könnten in einem „modularen Aufbau“ erfolgen, das heißt in zwei Abschnitten. „So werden die Investitionen anfangs so gering wie möglich gehalten“, erläuterte Scholz. Viele Gespräche seien inzwischen geführt worden, auch das DIL habe für den Business- und Innovationspark geworben. Nun gehe es um den Grundsatzbeschluss des Samtgemeinderates, sich inhaltlich und finanziell an diesem Projekt zu beteiligen. Im Klartext: Strukturen müssen geschaffen, Konzepte für Ansiedlungen entwickelt und Fördergelder eingeworben werden. „Wir sind mittendrin in diesem Prozess“, sagte er. Es lohne sich, für dieses Projekt zu kämpfen, „denn die Lage war noch nie so gut wie heute“.
Die Stimmen: Die SPD-Fraktion begrüße, dass mit dem BIQ eine „neue Plattform für Wissenschaft und Wirtschaft“ entstehen könne. Was das angedeutete finanzielle Engagement der Kommune angehe, so hätte er gerne weitere Informationen, merkte Stefan Peters an.
In dieser Bemerkung erkannte CDU-Fraktionchef Hubert Schwertmann „kleinmütiges Zögern“. Eindringlich appellierte er an alle Fraktionen, „mutig voranzuschreiten, Bedenken abzulegen und die Chance zu nutzen“. FDP-Sprecher Martin Lampe sagte zu, das Vorhaben konstruktiv zu begleiten. Angesichts von bis zu 600 möglichen Arbeitsplätzen müsse die Devise „Think Big“ („Denke groß“) lauten. Sollte die Kommune sich finanziell einbringen, dann „ist das gut angelegtes Geld“, ergänzte Andreas Maurer (Die Linke). Denn es stünden hoch qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze zur Diskussion.
Schwertmanns flammenden Appell wollte Claus Peter Poppe (SPD) so nicht teilen. Es gebe mit Blick auf DIL, Christliches Krankenhaus und Bundeswehr ganz sicher eine Aufbruchsstimmung in der Stadt. „Viele kleine Schritte werden zur Erfüllung der Vision führen“, ergänzte er. „Bauchschmerzen“ hatte Thorsten Kollmann (Bündnis 90/Die Grünen) angesichts der zurzeit nicht absehbaren finanziellen Erfordernisse. Grundsätzlich hielt er die Pläne aber für gut und richtig.
Die Entscheidung: Einstimmig beschloss der Rat, den Business- und Innovationspark weiterzuentwickeln und sich – inhaltlich und finanziell – zu beteiligen. Zuvor hatte Samtgemeindebürgermeister Scholz noch einmal betont, dass über jeden Schritt „offen, ehrlich und transparent“ informiert werde. „Eine solche Chance kostet auch Geld“, sagte er. Allerdings würden klare Bedingungen formuliert: „Ein finanzielles Risiko werden wir nicht eingehen.“