Konzept bis Ende des Jahres! Quakenbrücker Bahnhof: Bürgerworkshop liefert neue Ideen

11. September 2012
Das Planungsbüro „pbh“ koordinierte den ersten Workshop „Quakenbrücker Bahnhof“. Foto: Heinz Benken

Das Planungsbüro „pbh“ koordinierte den ersten Workshop „Quakenbrücker Bahnhof“. Foto: Heinz Benken

NOZ, 11.09.2012

Quakenbrück. Die Umgestaltung des Quakenbrücker Bahnhofsgeländes ist städtebaulich ein schwerer Brocken. Neue Ideen sollte jetzt ein Bürgerworkshop liefern, der erstmals in der Empfangshalle des Bahnhofs tagte. Impulse für eine Diskussion gab das beauftragte Planungsbüro „pbh“ aus Osnabrück, das Erschließungs- und Nutzungsmöglichkeiten für das mehr als zehn Hektar große Gelände westlich des Bahnhofs vorstellte. Die gesammelten Anregungen und Ideen sollen bei der Erstellung eines städtebaulichen Rahmenplanes durch den Rat der Stadt Quakenbrück berücksichtigt werden.
Samtgemeindebürgermeister Reinhard Scholz verwies darauf, dass die Stadt Quakenbrück die Bürger in den Findungsprozess einbeziehen wolle. Ende des Jahres werde der Stadtrat dann einen Beschluss zum städtebaulichen Entwicklungskonzept fassen. Mit dem städtebaulichen Rahmenplan werden grundlegende Planungsgedanken, Zielsetzungen und städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten im umgrenzten Bahnhofsgebiet beschrieben. Der städtebauliche Rahmenplan hat keine eigene Rechtskraft, er dient der Kommune jedoch als flexible Entscheidungshilfe bei der Beurteilung, Förderung und Genehmigung von Planungen im städtebaulichen Gesamtzusammenhang. Die Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft mbH (oleg) hatte für die Stadt Quakenbrück im August 2010 Bahnflächen in einer Gesamtgröße von 128270 Quadratmetern von der Deutschen Bahn AG erworben. Nachdem im vergangenen Jahr die Bahn ihre Umbau- und Erneuerungsmaßnahmen an der Eisenbahnstrecke im Bahnhofsbereich abgeschlossen hatte, wurde die Fläche im Frühjahr von Bahnzwecken freigestellt. Das vom Osnabrücker Planungsbüro „dbh“ definierte langfristige Ziel ist eine stärkere Anbindung zwischen der Altstadt und der Neustadt, die durch die Eisenbahnlinien zumindest städtebaulich voneinander getrennt sind (historisch gewachsene Ost-West-Achse). Änderungsmöglichkeiten scheinen derzeit stark eingeschränkt zu sein durch die teilweise „unbewegliche“ Haltung der Bahn, die Altlasten im Bahnhofsbereich und durch das Fehlen von Investoren. Kurzfristige und eher realisierbare Ziele sind die attraktivere Gestaltung des Rad- und Fußgängertunnels als Verbindung zwischen Alt- und Neustadt und das Anlegen von Grün- und Parkflächen. Langfristige Ziele sind die Belebung des Bahnhofsumfeldes durch die Ansiedlung von Gastronomie, Hotels oder Wohnungen. Dabei sollte die bisherige Dominanz der Produktion abgelöst werden von mehr städtischen Elementen, durch Wohnbereiche und das belebende Element Dienstleistungen.