Landkreis: Alle Optionen offen. Aula des Artland-Gymnasiums in Quakenbrück ist ein Sanierungsfall

5. Juli 2012

NOZ 3.07.2012

663 Zuschauer finden in der Aula des Artland-Gymnasiums Quakenbrück Platz. Foto: Christian Geers

663 Zuschauer finden in der Aula des Artland-Gymnasiums Quakenbrück Platz. Foto: Christian Geers

Quakenbrück. Der Landkreis Osnabrück spielt zurzeit mehrere Szenarien durch, wie sich die Aula des Artland-Gymnasiums (AGQ) Quakenbrück sanieren ließe. Ein Ergebnis gebe es noch nicht, teilte die Kreisverwaltung auf Anfrage des „Bersenbrücker Kreisblattes“ mit. Ein Abriss des etwa 40 Jahre alten Gebäudes scheint damit ebenso möglich wie eine grundlegende Sanierung.
„Vorhang zu – und alle Fragen offen.“ Mit diesem Satz beendete Marcel Reich-Ranicki stets sein „Literarisches Quartett“ im Fernsehen, das Kultstatus erreichte. Zwar nicht Kult, aber immerhin eine bekannte und geschätzte Stätte für Kultur ist die AGQ-Aula für die Stadt Quakenbrück und das Artland. Sie sei – trotz der vorhandenen Artland Arena – so etwas wie eine Stadthalle, hatte Stadtdirektor Reinhard Scholz im Februar 2011 gesagt. Damals schaute sich die CDU-Fraktion im Osnabrücker Kreistag in dem Gebäude um. Und schon damals war davon die Rede, dass eine Sanierung ein bis zwei Millionen Euro kosten könnte.
Die Liste der Mängel in der Aula des Gymnasiums ist lang: Es müffelt in dem Gebäude, was vermutlich an der Gründung liegt. Die Aula steht auf Pfählen, die Feuchtigkeit aus dem Boden hat sich in den vergangenen Jahren offenbar erfolgreich einen Weg nach oben gesucht. In die Jahre gekommen ist auch die Bühne, und die Toiletten im Erdgeschoss sind ebenfalls ein Fall für den Klempner und Fliesenleger.
Aber das ist noch nicht alles. Nach dem Unglück von Bad Reichenhall im Januar 2006, als eine Sporthalle unter der Schneelast zusammenbrach, hat der Landkreis Osnabrück alle seine Gebäude gründlich untersucht. Statiker fanden dabei heraus, dass „gewisse Wind- und Schneelasten ein Problem für das Dach der Aula werden könnten“, wie Stadtdirektor Reinhard Scholz jüngst in einer Sitzung des Stadtrates mitteilte. Der Landkreis Osnabrück habe deshalb entschieden, dass das Gebäude aus sicherheitstechnischen Gründen derzeit für eine Nutzung durch Dritte nicht zur Verfügung stehe.
Die Sicherheit habe absoluten Vorrang, begründet der Landkreis diese Entscheidung. Wie ihr Sprecher Jürgen Menkhaus weiter mitteilte, würden „zurzeit mehrere Sanierungsvarianten geprüft“. Das geschehe unter Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und unter Berücksichtigung der Frage, ob es neben der schulischen auch künftig eine öffentliche Nutzung geben solle. Menkhaus: „Ein Ergebnis gibt es noch nicht. Es sind alle Optionen offen.“ Die Samtgemeinde Artland sei an den laufenden Gesprächen beteiligt.
Stadtdirektor Scholz, zugleich Artländer Samtgemeindebürgermeister, freut sich, „dass der Landkreis Osnabrück uns eng mit einbezieht in die Planung“, sagte der Verwaltungschef am Montag auf Anfrage. Das sei ein guter Weg, um zu einer Lösung zu kommen, die sowohl die Interessen des Kreises als auch der Artländer Kommune berücksichtige. Gleichzeitig wies der Verwaltungschef darauf hin, dass die Aula des Artland-Gymnasiums in den vergangenen 40 Jahren für unzählige Veranstaltungen genutzt worden und inzwischen ein „Ort für Kultur“ sei. Scholz: „Eine Lösung muss also auch den Ansprüchen vor Ort genügen.“
Über die Zukunft der AGQ-Aula lässt sich zurzeit also nicht mehr berichten. Nur so viel: Vorhang auf – und alle Fragen offen. Das würde Marcel Reich-Ranicki sagen. Ganz sicher.