Volksparteien “wichtig für Demokratie”

17. April 2010

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Ein besonderes Jubiläum, ein ungewöhnliches Ambiente und illustre Gäste: Die CDU Quakenbrück feierte ihr 60-jähriges Bestehen im Autohaus B 68 der Familie Böcker und hatte als Festredner David McAllister gewonnen, den CDU-Landeschef, gleichzeitig Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten im Niedersächsischen Landtag.

60 Jahre CDU-Quakenbrück.

 

 
 

 

Zunächst jedoch hatte der Chef der Quakenbrücker CDU das Wort: Man habe, so Christian Calderone, die Jubiläumsfeier in einen großen geschichtlichen Kontext gestellt: 775 Jahre Stadt Quakenbrück, 180 Jahre Julirevolution in Frankreich und 20 Jahre Deutsche Einheit.

Quakenbrück als Ort und Subjekt der politischen Handlung auf kommunaler Ebene: Mit Vorsitzenden wie Karl Möller, dem späteren niedersächsischen Wirtschaftsminister, Helga Schweinberger, Jan-Gert Mack, Günter Schuhriemen, Werner Quassowski, Hubert Greten, Hubert Schwertmann, Ludger Greten und Wolfgang Becker habe die CDU Politik in der Burgmannstadt geprägt und als Mehrheit oder Minderheit im Rat wichtige Weichen gestellt.

Die Julirevolution, die 1830 zur Abdankung des französischen Königs Karl X. und damit zu einer Stärkung der liberalen, bürgerlichen und demokratischen Kräfte in ganz Europa geführt habe: Sie sei eine wichtige Wegmarke hin zu einem Europa der Demokratie, der Freiheit und der Solidarität, zu einem Europa jener Werte, die von der Christdemokratie getragen würden.

Die Wiedervereinigung Deutschlands als eine Revolution, die ihren Ausgang genommen habe in den Protesten der Bürger der DDR: Deren Wille habe die CDU aufgegriffen und den schwierigen Prozess der Wiedervereinigung in Angriff genommen. Schwierige Prozesse gebe es auch auf der kommunalpolitischen Ebene. In Quakenbrück stellten die Reaktivierung der Bahnbrache, die Themen Integration und Stadtentwicklung in der Neustadt große strukturpolitische Herausforderungen dar. Die CDU versuche mit aller Kraft, die Entwicklung Quakenbrücks politisch positiv zu begleiten. Dazu bedürfe es des Schulterschlusses mit den Bürgern, mit Unternehmen, Institutionen und Ehrenamtlichen, appellierte Calderone an seine Zuhörer.

Eben dies tat auch David McAllister, der in seinem Vortrag Geschichte und Gegenwart der CDU verband: Alle wesentlichen politischen und richtungweisenden Weichenstellungen in der Bundesrepublik trügen die Handschrift der CDU, so der Politiker. „Die Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik ist auch eine Erfolgsgeschichte der politischen Parteien und insbesondere der CDU“, betonte er und forderte dazu auf, Parteien, wie dies heute oft geschehe, nicht schlechtzumachen. Große und stabile Volksparteien wie die CDU seien „sinnvoll, wichtig und notwendig“ für eine Demokratie.

Allerdings, und hier richtete sich sein Appell an die eigenen Leute und deren Koalitionspartner, Sachdiskussionen und Konflikte quasi nicht coram publico auszutragen, sondern „still, bescheiden und effizient“ zu arbeiten und erst mit dem gemeinsam erarbeiteten Ergebnis in die Öffentlichkeit zu gehen. Dies insbesondere angesichts der schwierigen aktuellen Situation, die viele Zukunftsfragen aufwerfe: Bundeshaushalt, Steuergerechtigkeit, Bildungspolitik waren nur einige Stichworte dazu.

Bei aller politischen Auseinandersetzung: Die Menschen erwarteten verlässliche, ehrliche, wegweisende Politik von den Verantwortlichen. „Haltet Euch an Fahrpläne und vereinbarte Inhalte“, forderte der Landesvorsitzende, „das ist sauberes politisches Handwerk“. Und formulierte unter Beifall noch: „Ziel von CDU und CSU müssen um 40 Prozent der Wählerstimmen sein.“

Dem prominenten Redner aus Hannover folgte die regionale Prominenz mit Glückwünschen auf dem Fuße. Bürgermeister Wolfgang Becker bekundete, im CDU-Stadtverband seine politische Heimat gefunden zu haben, er identifiziere sich mit den Werten, die die CDU vertrete, und hoffe, „dass wir unsere Politik hier noch möglichst lange fortsetzen können“.

Auch Landtagsabgeordneter Reinhold Coenen gratulierte und verlas ein Schreiben von Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering, in dem dieser der CDU Quakenbrück vorbildliche Arbeit bescheinigte.

Erster Kreisrat Dr. Reinhold Kassing sprach von „guter Zusammenarbeit“ und freute sich über Unterstützung von Bund und Land für DIL und Christliches Krankenhaus. MdB Georg Schirmbeck betonte, man habe viele Dinge auf den Weg gebracht, die CDU Quakenbrück sei ein verlässlicher Partner.

Ein weiterer Bericht über die Ehrung von Hubert Greten folgt.