Siegfried Wistuba referierte über Chinas Entwicklung in den letzten drei Jahrzehnten

28. November 2009

.

Auf der Höhe der Zeit zeigte sich der CDU-Stadtverband Quakenbrück mit dem Thema der letzten „Stadtgespräche“: passend zum Besuch des US-Präsidenten Obama in der Volksrepublik China, referierte Siegfried Wistuba über Chinas Entwicklung in den letzten drei Jahrzehnten.

Dabei stellte Wistuba aktuelle Fotographien Bildaufnahmen von vor rund 30 Jahren gegenüber. Das Fazit: im wirtschaftlichen Bereich hat China eine unglaubliche Dynamik erlebt. „Waren die Straßen vor drei Jahrzehnten in China breit und leer und die Menschen im einheitlichem Mao-Schick bekleidet, sind die Straßen heute voller Autos und die Menschen in der Mode westlich orientiert.“ Uniformität und Kollektivität seien optisch ganz offensichtlich dem Individualismus gewichen. Deutlich betonte Wistuba dabei das Schicksal der Wanderarbeiter, die aus ländlichen Regionen in die Ballungsgebiete strömen, dort zum Bauboom viel beitragen, aber bisher nur zum Teil am Wirtschaftserfolg teilhätten.

Auch im Bild der großen Städte komme die rasante Entwicklung Chinas zum Ausdruck, wenn neue Rekorde beim Bau von Hochhäusern und ganzen Stadtvierteln aufgestellt würden. Dieser Bauboom gehe jedoch oft zu Lasten der alten Quartiere, aus denen die Bevölkerung zwangsumgesiedelt werde. „Die Zwangsumsiedlung von ca. 1,3 Millionen Menschen ist auch das Stichwort beim Bau des großen Drei-Schluchten-Staudamms, der seit 2006 den Jangtsekiang aufstaut.“ Auf der anderen Seite soll der Staudamm rund 30 Prozent des aktuellen Energiebedarfes des Landes produzieren.

CDU-Vorsitzender Christian Calderone zitierte aus dem Buch „Die Mächte der Zukunft“ von Altbundeskanzler Schmidt: „Manche halten sich für moralisch legitimiert, den Chinesen Vorhaltungen in Sachen Menschenrechte zu machen. Es fehlt  ihnen das Bewusstsein dafür, dass über der mühsamen Entwicklung der westlichen Kultur gleichfalls schreckliche Schatten liegen. … Man muss der weiteren Entfaltung Zeit lassen.“ Zwar seien Freiheit und Menschenrechte unteilbar, aber vielleicht sei der wirtschaftliche Erfolg, der Selbstbewusstsein nicht im Kollektiv, sondern im Einzelnen produziere, der chinesische Weg, um zu mehr Freiheit zu gelangen. Calderone verwies dabei auf die deutsche Geschichte, in der erst vor 60 Jahren Freiheit und Menschenrechte über den grausamen Weg der ethischen, moralischen und wirtschaftlichen Zerstörung implementiert wurden und zu der ein Teil erst vor 20 Jahren durch die friedliche Revolution gelangte.