Quakenbrücker Stadtarchiv soll zum Stadtjubiläum restauriert werden!

3. September 2008

25.000 Euro stellt die Stadt Quakenbrück im laufenden Haushaltsjahr 2008 außerplanmäßig bereit, um das Stadtarchiv zu restaurieren. Dies beschloss der Rat der Stadt auf seiner letzten Sitzung einstimmig – für die CDU/FDP-Gruppe Grund, sich im Staatsarchiv Osnabrück vor Ort über Zustand und Umfang des Quakenbrücker Archivdepots zu informieren.

Einen Schutzbrief des Bischofs von Osnabrück von 1383, Karten aus dem 18. Jahrhundert, Abschriften der Stadtprivilegien waren nur einige Archivarien, die den Mitgliedern der CDU/FDP-Stadtratsgruppe bei ihrem Besuch im Staatsarchiv Osnabrück aus dem dort gelagerten Stadtarchiv präsentiert wurden.
Wie Archivarin Dr. Stephanie Haberer den Kommunalpolitikern im Beisein des Leiters des Quakenbrücker Stadtmuseums, Heinrich Böning, und des Vorsitzenden des stadtmusealen Fördervereins, Karl-Heinz Stallkamp, mitteilte, befänden sich die 17 Karten und die 327 archivierten Urkunden in einem guten Zustand. „Insbesondere aber die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Akten seien von Schimmelpilz befallen und stark verschmutzt.“ Auch die Akten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts seien durchweg verschmutzt, wenngleich schimmelfrei. Dies habe bereits dazu geführt, dass die rund 61 Meter Aktenbestände der Stadt aktuell für die Nutzung gesperrt werden mussten. Und das, obwohl das Archiv ständig wissenschaftlich nachgefragt werde.

Von einem „interessanten und vollständigen Stadtarchiv“ sprach Staatsarchiv-Leiterin Dr. Birgit Kehne. Es sei 1948 durch die Stadt in die Obhut Landesarchives übertragen und bis 1960 ergänzt worden. Beispielhaft wurde der Besuchergruppe ein Schutzbrief des Osnabrücker Bischofs Diederich aus dem Jahr 1383 präsentiert, außerdem die zeitgenössische Abschrift einer Urkunde Bischofs Baldewinus die 1261 die Übertragung des bischöflichen Stiftes von Badbergen nach Quakenbrück beinhaltete. Im Rahmen der Sanierung sei es nötig, Risse in Pergament und Papier zu schließen und von Schimmel und Verunreinigung zu reinigen. „Wichtig ist diese Maßnahme zu jetzigen Zeitpunkt, alles andere wird der Bedeutung des Archivs nicht gerecht“, so Dr. Kehne.

Von dem gemeinsamen politischen Ziel, den Bestand anlässlich des Stadtjubiläums 2010 wieder umfassend nutzbar zu machen und für die Nachwelt zu konservieren sprach CDU/FDP-Gruppensprecher Christian Calderone. Zusammen mit Bürgermeister Wolfgang Becker (CDU) und stellvertretender Bürgermeisterin Petra Fischer (FDP) griff er die Anregung aus dem Staatsarchiv auf, in regelmäßigen Abständen auch die Unterlagen der aktuellen Jahre zu sichten. Denn die bisher im Quakenbrücker Rathaus gelagerten archivwürdigen Akten seit 1960 seien – so Dr. Haberer nach einer Sichtung – durch die Lagerung heute bereits so stark verschmutzt, dass sie ebenfalls gereinigt werden müssen. Hier könne nach Ansicht von CDU und FDP durch ein nötiges „eingespieltes Verfahren zwischen Stadt und Staatsarchiv“ und durch bessere Lagerbedingungen Restaurationskosten in Zukunft gespart werden.