Ripke: “Ländlichen Raum im globalen Kontext sehen!”

5. Dezember 2007

Ein Plädoyer für den ländlichen Raum formulierte Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke vor den CDU-Verbänden aus der Samtgemeinde Artland. Im Badberger Heimathaus sagte der Vertreter des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums: “Im ländlichen Raum existieren eher soziale Strukturen, eher Eigentum und eher Verantwortungsbereitschaft!”

Dieses “funktionierende Netz” versetze die Fläche in die Lage, die Zukunft zu meistern. Dem stimmte der Landtagsabgeordnete Reinhold Coenen (CDU) zu und verwies auf das kürzlich durch den Landtag verabschiedete Landesraumordnungsprogramm. Dadurch profitiere der ländliche Raum insbesondere an den “Entwicklungsachsen” erheblich. Coenen sah die Region insgesamt gut aufgestellt.

Der ländliche Raum sei keine Insel, sondern müsse in den Bereichen Agrar, Energie und Umweltschutz zunehmend auch im globalen Kontext verstanden werden, so Ripke. Niedersachsenweit plädierte der Staatssekretär für ein Verhältnis “gleicher Augenhöhe” mit den Metropolen Hamburg, Bremen und der Region Hannover. Politisch gelte es den Dreiklang von Nahrungsmittelproduktion, Energieerzeugung und Umweltschutz zu verwirklichen. Bereits heute sei Niedersachsen bei der Nahrungsmittelproduktion spitze: “Niedersachsen ist die globale Speiskammer mit Lebensmitteln, die national und international nachgefragt werden!”

Entwicklungspotentiale aber gebe es in der Energetik: Mit Verweis auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz bezeichnete der Staatssekretär die Energiegewinnung aus Biomasse zwar nicht als Alleinlösung des Energieproblems. “Dennoch ist die Nutzung von Biomasse ein interessantes Wirtschaftsfeld.” In diesem Zusammenhang sprach Ripke von der synthetischen Umwandlung von Biomasse in Flüssigkraftstoffe der Zweiten Generation, bezeichnet als “Biomass to Liquid” (deutsch: Biomasse zu Flüssikkeit). Deshalb habe das Land zur Nutzung von Holzabfällen, Pflanzenresten und Stroh in Kooperation mit Volkswagen das Pilotprojekt “SunFuel” gestartet.