Reisebericht über Polen im Rahmen der CDU-Stadtgespräche

4. Februar 2005

„Diese Reise durch Polen hat uns viele nachhaltige Eindrücke über das Land, die Menschen und ihre Städte gebracht aber auch über die leidvolle und wechselhafte Geschichte dieses Landes vieles gelehrt“, so Hinrich von Bockelberg im Rahmen der Stadtgespräche der CDU Quakenbrück. Ludger Greten, stellv. Vorsitzender der CDU Quakenbrück begrüßte den Referenten im Hotel Hagspihl zu einem Reisebericht zum Thema: „Polen, neues Mitglied in der EU – Eindrücke einer Reise in unser östliches Nachbarland“.
Die Gruppenfahrt führte in 2004 über Posen, Lichen, Warschau, Lublin, Chelm, Tschenstochau, Krakau und Breslau wieder nach Hause. Posen, das von Bockelberg noch aus seiner Kindheit bekannt war, habe heute einen Marktplatz, der als historisch zu bezeichnen sei. Das Zentrum habe viele, sehr schön restaurierte und verzierte Häuser. Probleme hätte die Stadt noch mit den so genannten sozialistischen Bauten, die stillos in die Stadt hineingebaut wurden. Dies war ein Versuch der Kommunisten, den Polen die Erinnerung an die Geschichte zu zerstören, so von Bockelberg.
Besonders nachhaltig war auch der Besuch der Hauptstadt Warschau. Man habe diese Stadt als sehr lebendig kennen gelernt, in der sich in den vergangenen 15 Jahren viel getan habe. Warschau – während des Krieges total zerstört – wurde planmäßig wieder aufgebaut. Man fände hier eine sehenswerte Altstadt und eine Geschäftwelt, die überwiegend unterirdisch angelegt sei.
Kurz vor Warschau habe man das Kloster besucht, in welchem seinerzeit Pater Maximilian Kolbe lebte und wirkte. Kolbe hatte sich seinerzeit als Geisel zur Verfügung gestellt, um eine Familie mit Kindern vor Ausschwitz zu retten. Schließlich wurde er selbst dort ermordet. Vor kurzem hat der Papst Pater Kolbe heilig gesprochen. Wie ohnehin der Papst im Besonderen aber auch die katholische Kirche im Allgemeinen größten Einfluß auf das Land gehabt habe und immer noch habe.
In Lublin – eine alte Stadt mit einer Burg – besichtigte man eine kleine Kirche. Eine beeindruckende dreidimensionale Wandmalerei in dieser Kirche, die zum Weltkulturerbe erhoben wurde, werde derzeit restauriert. Nach dem Besuch in der ehemaligen Hauptstadt Polens, in Krakau, führte die Reise zum Konzentrationslager Ausschwitz. „Ausschwitz ist so grausam, wie man es sich nicht vorstellen kann“, so von Bockelberg, so dass die gesamte Gruppe von diesen Eindrücken noch länger völlig aufgewühlt war.
Den Abschluss der Rundreise bildete die Stadt Breslau. Der Ursprung der Stadt war die Dominsel in der Oder. Der Dom und die Insel waren durch den Krieg nicht so zerstört wie die sonstige Stadt. Heute habe Breslau immerhin 600.000 Einwohner und sei einer der größten Städte Polens. Polen, so von Bockelberg abschließend, sei in der Geschichte immer der Spielball der großen Nachbarstaaten gewesen. In der Folge wurden die Grenzen Polens immer wieder verschoben.
Ludger Greten bedankte sich bei Hinrich von Bockelberg für den fundierten und von anschaulichen Fotos unterlegten Vortrag. Es sei deutlich geworden, dass Polen ein Land großer Geschichte sei und auf jeden Fall eine Reise wert sei.