Geschäftsführer der WAAL referierte vor CDU über städtische Entwicklung

15. November 2002

Dr. Birk: „Der Standort kämpft“

Geschäftsführer der WAAL referierte vor CDU über städtische Entwicklung

Quakenbrück (cc)
„Die deutschlandweit tief greifende Stagnation und ein schweres Misstrauen in die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung verhindern Investitionen auch im Artland und auch in der Burgmannstadt.“ Trotz dieser allgemein schlechten Ausgangssituation „kämpft der Standort Quakenbrück“, hob Dr. Florian Birk hervor, den Vorsitzender Wolfgang Becker auf der Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes als Referenten begrüßen konnte.

Nach wie vor stelle sich die Arbeitsmarktsituation im Artland als gespannt dar: So sei die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Zeitraum 1992 bis 2000 um ein Viertel zurückgegangen. Diese Verminderung ist laut Dr. Birk vor allem im produzierenden Gewerbe festzumachen. Dort besitze das Artland mit einem Anteil von rund 66 Prozent sowohl im niedersachsenweiten Vergleich, als auch zum Landkreis Osnabrück durchschnittlich zu viele Beschäftigte. Demgegenüber sind die Bereiche Handel und Verkehr nach den Worten des Geschäftsführers der Wirtschaftsagentur Artland (WAAL) strukturell dringend ausbaubedürftig.
Neben dieser hohe Sockelarbeitslosigkeit mit einem unzureichenden Strukturwandel sind die ländlich periphere Lage, ein schlechtes Qualifikationsprofil der Arbeitnehmer sowie die direkt Grenzlage zu Förderregionen weitere negative Standortfaktoren. Dagegen setze die WAAL ihre Tätigkeit. So habe die GmbH im Bereich des Einzelhandels nach dem Einzelhandelsentwicklungskonzept eine umfassende Ansiedlungswerbung und Einzelhandelsakquise durchgeführt. Im Ergebnis konnten dadurch die Leerstände in der Quakenbrücker Innenstadt reduziert werden, auch wenn weiterhin eine hohe Fluktuation in diesem Bereich festzustellen ist.
Zweistellige Wachstumsraten konnten auch in diesem Jahr im Bereich des Tourismus erzielt werden, wobei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer mit 1,2 Tagen nach wie vor gering sei. „Wir müssen hier die Angebote im Bereich Gesundheits-, Städte- und Kulturtourismus schaffen,“ so Birk, der hier an die Gründung des Fremdenverkehrsvereines ARTour, die Giebeltour sowie das Informationsbüro an der Langen Straße erinnerte. Über 232 Betten, davon rund 130 Hotelbetten werden in der Samtgemeinde vorgehalten.
Bei allen Anstrengungen der kommunalen Verwaltung und der WAAL als deren Erfüllungsgehilfe ersetze Nichts die private Investition, das strikte Denken in ökonomischen Strukturen und ein qualifiziertes Standortmanagement.
Von Seiten der CDU wurde ein großes Entwicklungspotential durch die Erschließung der brach liegenden Flächen im Bereich des Bahnhofes ebenso thematisiert wie der dringende Bau der Ortsumgehung in Badbergen. Dadurch würden auch die Quakenbrücker Industriegebiete einen verbesserten Anschluss an die Verkehrswege erfahren.