Anlässlich des Besuches einer großen Delegation der CDU Osnabrück-Land auf dem Hof der Familie Böckmann in Ostercappeln-Venne, machten Vertreter des landwirtschaftlichen Berufsstandes ihrem Ärger über regelrechtes Bashing gegen aufopferungsvolle Arbeit ihrer Familien, und eine fehlende Wertschätzung dafür, die eigentliche Basis unseres heutigen Wohlstandes zu sein, Luft.
Der Unmut der Landwirte richtet sich dabei gegen einen generellen, pauschalen und allzu oft auch ideologisierten Generalverdacht durch die Gesellschaft im Allgemeinen. Es ist gewissermaßen zum Mainstream geworden, ja vielleicht sogar ein Trend in der öffentlichen Berichterstattung, zu jeglichen umweltpolitischen Themen die Landwirtschaft als Hauptschuldigen zu brandmarken. Das Ist ja auch leicht zu behaupten und wird gerne gelesen.
„Was ist hier eigentlich los?“, brachte ein Landwirt die schlechte Stimmung im Berufsstand auf den Punkt. „Die Bauern seien schuld am Insektensterben, quälen Ihre Tiere und verschmutzen das Grundwasser. Wir haben die Sch….. voll“
Es werden derzeit im großen Stil grundsätzlich gesunde, schlachtfähige Tiere in den Schlachtstätten und auf den Bauernhöfen wegen scheinbarer Transportunfähigkeit der Tierkörperbeseitigung zugeführt, um nicht zu sagen in den Müll geworfen, aber gleichzeitig diskutiert die Gesellschaft über Lebensmittelverschwendung. Diese schlichte Nahrungsmittelvernichtung in ungeahnten Dimensionen sollten wir mal den afrikanischen Flüchtlingen auf dem Mittelmeer erklären.
Da wird in Bayern millionenfach gegen ein Bienensterben (genauer des landwirtschaftlichen Nutztieres „europäische Honigbiene“) unterschrieben, welches bezogen auf der Honigbiene in der dargestellten Form nicht existent ist, und bezogen auf Wildbienen wesentlich vielfältigeren Ursachen als einzig der Landwirtschaft zuzuordnen ist (Quelle: Spiegel Online „Biene Maja muss nicht sterben“ vom 20.05.2018).
Ein von der SPD unterstützter „unabhängiger“ Landratskandidat im Landkreis Osnabrück, gleichzeitig aber Mitglied in eben dieser SPD (!), fordert in der NOZ ganz unumwunden einen generellen 5m breiten Schutzstreifen an Gewässerrändern, und damit quasi eine Zwangsenteignung der Besitzer, ohne auch nur auf eine Untersuchung Bezug zu nehmen, die eine Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen darstellt.
Die CDU – Ostercappeln ist der Ansicht, dass es nicht zu ausufernden pauschalen Vorverurteilungen eines ganzen Berufsstandes kommen darf. Reflexartige Stimmungsmache gegen Gruppen dieser Gesellschaft, alleine aus Gründen der Profilierung, verurteilen wir auf das Schärfste.
Es wird wieder Zeit, konstruktiv über Problembereiche auch in der Landwirtschaft zu sprechen, aber über Verhandlungstische und nicht über Medien hinweg.
Besonders Teilen von SPD und Grünen muss schon fast Naivität vorgeworfen werden, wenn zugleich der landwirtschaftliche Familienbetrieb als Idealvorstellung gewünscht werden, aber immer willkürlichere erscheinende Forderungen nach weiteren Auflagen in Tierhaltung und Ackerbau aufgestellt werden, die gerade durch eben diese Familienbetriebe alleine nicht mehr zu leisten sind. Dem Strukturwandel in der Landwirtschaft wird durch rote – grüne Politik nur weiter Vorschub geleistet.
Das moralische Verständnis von uns allen, des sogenannten „mündigen Bürger“ oder auch einfach nur „Verbraucher“ genannt, erscheint uns schleierhaft. Bei Umfragen immer bereit mehr Geld für Fleisch aus artgerechter Tierhaltung bezahlen zu wollen, aber gleichzeitig überführt uns eine empirische Untersuchung der Hochschule Osnabrück der genau gegenteiligen Handlungen an den Kühltheken.
Analog zu der Unterschriftenaktion in Bayern gegen ein nicht existentes Bienensterben, ergäbe eine Umfrage für die Abschaffung der Tierhaltung in Deutschland vermutlich auch eine breite Mehrheit. Das die von uns dann weiterhin nachgefragten Steaks und Würstchen für unsere sommerlichen Grillabende aus fragwürdigen, ausländischen Produktionsquellen entstammen würden, wäre dann wieder zweitrangig.
Auch ergäbe eine Umfrage zu einem Verbot aller Pflanzenschutzmittel vermutlich eine klare Mehrheit. Doch wir sollten endlich begreifen, dass die Erfindung der künstlichen Dünger und der Pflanzenschutzmittel maßgeblich dazu beigetragen hat, dass überhaupt erst über 7 Mrd Menschen auf diesem Planeten ernährt werden können. Das ist mit „blühenden Landschaften“ alleine nun mal nicht zu schaffen. Wer da etwas anderes will muss sich über globale Geburtenkontrollen Gedanken machen, denn letzten Endes ist es die Überbevölkerung, die unsere Mutter Erde tatsächlich aus dem Gleichgewicht bringen kann.
Harald Driehaus, Torsten Keisker, Andreas Wöstemeyer
Vorsitz CDU Ostercappeln