Peter KovermannAufgrund eines Artikels im ELK-Blatt am 13.02.2015 von der SPD Ostercappeln-Schwagstorf konnte der Eindruck entstehen, als ob es bei uns, bei der Gemeinde Ostercappeln Bestrebungen gibt, die Gedenkstätte von Ludwig Windthorst auf Gut Caldenhof zu beseitigen.

Dies ist beileibe nicht so.

Bereits sehr frühzeitig, nämlich schon 2007 sind wir von unserem Bürgermeister Rainer Ellermann darauf hingewiesen worden, dass die Westwand der Windthorst-Gedenkstätte Caldenhof begonnen hat, sich sehr stark zu neigen und umzukippen droht.

Daraufhin hat die Gemeinde Ostercappeln einen Fachingenieur mit einer Bewertung der Gesamtsituation beauftragt und entsprechend dessen Vorschläge Maßnahmen ergriffen, die durchaus merkbare Finanzmittel gebunden haben.

Wissen muss man dazu, dass es sich bei der Windthorst-Gedenkstätte Caldenhof um die noch vorhandenen Grundmauern (16 m x 28 m) des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Herrenhauses des Gutes „Caldenhof“, welches im Jahre 1910 wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde, handelt. Dieses Herrenhaus war das Geburtshaus von Ludwig Windthorst. Objektiv betrachtet, handelt es sich bei dem Objekt seit Jahrzehnten um eine Ruine. Das Gesamtgelände befindet sich im Privatbesitz, die Gemeinde Ostercappeln stellt laut Vertrag lediglich die Verkehrssicherheit und die Zugänglichkeit sicher.

Dies wird im übrigen u. a. mit großem ehrenamtlichen Engagement eines Anwohners durchgeführt, der immer wieder die Zuwegung und die Anlage pflegt und dem dafür großes Lob und Anerkennung auszusprechen ist.

Trotz der Durchführung der von dem Fachingenieur empfohlenen Maßnahmen hat sich die Westwand weiter geneigt, inzwischen ist auch in der Ostwand ein deutlicher Riss zu beobachten. Dies wurde im Ortsrat Ostercappeln, im Planungs- und Bauausschuss und letztlich am 11.12.2014 im Verwaltungsausschuss ausführlich berichtet und beraten. Weitere Untersuchungen und weitere Lösungsvorschläge wurden vorgestellt, wobei letztlich vom Fachinstitut nicht zugesichert werden konnte, dass trotz Einsatz erheblicher Mittel (mindestens 15.000 €) die Neigung der Wände beendet wird. Deutlich wurde bei den Untersuchungen, dass es sich bei dem Standort um einen breiigen, weichen, wasserführenden und fließgefährdeten Untergrund aus Sand und Schluff handelt.

Einstimmig wurde daher in den genannten Gremien beschlossen, dass investive Maßnahmen zur Sicherung der Grundmauern nicht vorgenommen werden. Im Zuge der Verkehrssicherungspflicht soll die Gedenkstätte entsprechend der Vorgaben des Kommunalversicherers abgesperrt werden.

Als Ortsbürgermeister der Ortschaft Ostercappeln bin ich den Menschen dankbar, die immer wieder durch ihr ehrenamtliches Engagement sich für den Erhalt, für die Hege und Pflege der Gedenkstätte eingesetzt haben. Soweit es in unserer (auch finanziellen) Kraft steht, werden wir uns gemeinsam weiter für die Gedenkstätte einsetzen. Das Auseinanderbrechen der Ruine ist mit reinen Unterhaltungsarbeiten aber leider nicht zu verhindern.

Peter Kovermann, Ortsbürgermeister