„Wir sind hier nicht in Texas“

20. Februar 2012
Aus dem Landkreis:

Zu den Probebohrungen der Firma Exxon Mobil in Bad Laer und im Bissendorfer Raum äußert sich der umweltpolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion Thomas Uhlen anlässlich eines Ortsbesuchs auf Einladung der CDU Bad Laer: Unsere Region ist für ihre Technologiefreundlichkeit bekannt. Innovative Ideen und das fachliche Know-how unserer Bürgerinnen und Bürger machen uns zu einem erfolgreichen Landkreis in Industrie, Landwirtschaft und Tourismus. Ob in den Heilbädern im Osnabrücker Südkreis oder auch bei unseren fleißigen und erfolgreichen Landwirten: Sauberes Grundwasser ist der wichtigste Rohstoff, der bei uns Verwendung findet. Wenn dieser fehlt, bleibt nur ödes Land zurück. Mit dem im Kreistag beschlossenen Masterplan Klimaschutz haben wir eine Richtung eingeschlagen, die Wertschöpfung im Osnabrücker Land durch den Einsatz regenerativer Energien sichern soll. Für die wirtschaftlichen Interessen von Exxon Mobil haben wir Verständnis und nehmen zur Kenntnis, dass der steigende Weltenergiebedarf der Erschließung neuer Rohstoffquellen bedarf. Aber wir sind hier nicht in Texas oder in dünn besiedelten Gebieten Niedersachsens. Eine Rohstoffgewinnung durch die umstrittene Fracking Methode werden wir nicht unterstützen und Möglichkeiten (beispielsweise des Fachdienstes Umwelt als unterer Wasserbehörde) prüfen lassen, wie wir uns gegen diese unkonventionelle Gasförderung wehren können. „Die jüngere Vergangenheit hat gezeigt, dass eine Energie- und Rohstoffgewinnung gegen den Willen der Bevölkerung nicht vertretbar ist“, ergänzt der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion Bernward Abing. „Den Kommunen hier kein Mitspracherecht einzuräumen ist nicht akzeptabel.“ Der Kreistagsabgeordnete Siegfried Strautmann aus Bad Laer veranschaulichte die Bedenken: „100.000 Menschen werden aus unserem Teil des Landkreises mit Trinkwasser versorgt. Die Risiken des Fracking betreffen nicht nur Bad Laer oder Bissendorf. Wer garantiert die Sicherheit der Sole nicht nur in Bad Laer, sondern auch in Bad Rothenfelde?“ Zu dem von der Ampel-Koalition in Bad Laer geforderten Versicherungsschutz zur Abdeckung möglicher Schadenersatzansprüche (einschließlich sogenannter Ewigkeitsschäden) bemerkt Strautmann: „Ich will doch unseren nachfolgenden Generationen keine Risiken für Ewigkeitsschäden vererben. In seiner derzeitigen Form halte ich Fracking daher in unserer Region für uns unvertretbar.“