Zu lange Nachhallzeiten – IGS-Sporthalle bekommt bessere Akustik

31.08.2010

Fürstenau/Osnabrück.

Jetzt ist es amtlich: Ein Gutachterbüro hat bestätigt, dass die Nachhallzeiten in der IGS-Sporthalle deutlich zu lang sind. Die Firma Züblin, die das Gebäude vor fast zwei Jahren errichtet hat, wird nun auf eigene Rechnung in Absprache mit dem Landkreis Osnabrück möglichst schnell zusätzliche akustische Platten und Beläge anbringen. Die Kosten liegen vermutlich im sechsstelligen Bereich. Auch in Osnabrück an der Brinkstraße wird die ebenfalls von der Firma Züblin gebaute Sporthalle für die Berufsbildenden Schulen akustisch „nachgebessert“.

Lehrer, Eltern und Schüler der IGS hatten in der Vergangenheit wiederholt auf den hohen Rückhall bei normalem Sportbetrieb hingewiesen und nach den Sommerferien zeitweise den Sportunterricht in dem Gebäude verweigert. Besonders betroffen: der Mittelteil der Dreifachsporthalle bei voller Nutzung. Hier sei die Belastung besonders hoch, hieß es.

Alles klar: Die IGS-Sporthalle bekommt eine verbesserte Akustik. Das Foto zeigt von links Kreisrat Matthias Selle, IGS-Schulleiter Gerald Wieziolkowski, Peter Gäbler von der Firma Züblin, Samtgemeindebürgermeister Peter Selter und Heinrich Weiß, Fachdienstleiter Schulen beim Landkreis Osnabrück. Foto: Hermann Pentermann

Die Verantwortlichen vom Landkreis und der Firma Züblin begaben sich daraufhin auf die Suche nach den Ursachen für die hohe Lautstärke. „Den Grund dafür herauszufinden, war unser größtes Problem“, räumte Heinrich Weiß vom Fachdienst Schulen des Landkreises Osnabrück am Montagvormittag bei einem Ortstermin in Fürstenau ein. Zunächst hätten die Fachleute angenommen, die Be- und Entlüftungsanlage sei für das akustische Problem verantwortlich. Inzwischen ist klar, dass die ursprünglich für die IGS-Halle zugrunde gelegten akustischen Berechnungen nicht korrekt waren. Deshalb gibt es nun neue Empfehlungen, um die Ohren von Lehrern und Schülern besser zu schützen. Insgesamt liegen drei „Ausführungsvarianten“ vor, die die Fachleute noch einmal prüfen wollen. Auf jeden Fall sind zusätzliche Akustikplatten sowohl an den Stirnseiten als auch an den Längsseiten notwendig.

Wie der Bauoberleiter der Firma Züblin, Peter Gäbler, erklärte, werde die Ausschreibung der Arbeiten etwa zwei Wochen dauern, weitere acht bis zehn Wochen seien notwendig, um das Material zu beschaffen. Schließlich würden die Bauarbeiten pro Hallendrittel jeweils mehrere Wochen dauern. Speziell in dieser Zeit wird der Sportbetrieb für Lehrer und Schüler sowie für die Vereine nur eingeschränkt möglich sein.

Dass den Gutachten nun die Taten folgen können, stieß auf allgemeine Erleichterung. Kreisrat Matthias Selle betonte, dass für den Landkreis klar gewesen sei, dass reagiert werden müsse. Das sei auch geschehen. Samtgemeindebürgermeister Peter Selter dankte unterdessen allen, die die Angelegenheit mit Nachdruck verfolgt hätten. Und IGS-Schulleiter Gerald Wieziolkowski freute sich für seine Kollegen, dass der Tag nicht mehr allzu fern ist, an dem das akustische Gleichgewicht wieder hergestellt wird. Einige Lehrer unterrichteten bis zu 16 Stunden in der Woche in der Sporthalle. Wenn sie mit bis zu 120 Schülern voll belegt sei, dann sei die Belastung aufgrund der Nachhallzeiten sehr hoch, sagte der Schulleiter. Auch Jürgen Puttnins, IGS-Fachbereichsleiter für Sport, hofft, dass in Zukunft die Akustik stimmt, und zwar nicht nur für die Dreifachsporthalle, sondern auch für die Einfeldhalle im Gebäude. Hier sicherte der Landkreis zu, auch diesen Raum zu überprüfen.

Noch ein Wort zur Sporthalle in Osnabrück. Sie ist im Auftrag des Landkreises baugleich errichtet worden. Auch sie erhält eine neue Akustik, die die Firma Züblin bezahlt. Dass es dort keine Beschwerden gegeben hat, führt der Landkreis darauf zurück, dass die Halle nicht so intensiv genutzt wird.