Wo kann man sparen? – Warum der Samtgemeinde Fürstenau ein dickes Minus im Haushalt droht

17.12.2021
Von Jürgen Ackmann, NOZ
Wie geht es mit den Finanzen der Samtgemeinde Fürstenau weiter? Darüber werden die Kommunalpolitiker in den nächsten Monaten beraten. (Symbolfoto)
Monika Skolimowska/dpa
Warum der Samtgemeinde Fürstenau ein dickes Minus im Haushalt droht
Wo kann man sparen?

Fürstenau/Bippen/Berge. Es ist eine Zahl, die der Verwaltung und der Kommunalpolitik der Samtgemeinde Fürstenau Sorge bereitet: minus 728.800 Euro. Um diesen Betrag übersteigen die Aufwendungen die Erträge für 2022. Das muss aber nicht so bleiben.

In der jüngsten Sitzung des Rates der Samtgemeinde stellte Kämmerin Elisabeth Moormann den Haushaltsentwurf für 2022 vor. Die Kommunalpolitiker werden nun in den nächsten Monaten das Zahlenwerk unter die Lupe nehmen, damit der Etat im März verabschiedet werden kann. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf Einsparpotenziale und zusätzliche Einnahmen liegen.

 

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Das machte Friedhelm Spree für die CDU-Fraktion deutlich. “Wir müssen schauen, wo wir die Kosten senken können”, betonte er. Es dürfe nicht passieren, dass es wieder zu einer Phase der Haushaltskonsolidierung komme, in der die Samtgemeinde nicht mehr frei über den Etat entscheiden könne, sondern an die Vorgaben des Landkreises Osnabrück gebunden sei. 

Für die Gruppe SPD/Grüne/FDP wies Dimitri Gappel unter anderem darauf hin, dass die laufenden und anstehenden Bau- und Sanierungsprojekte notwendig seien – auch um neue Investitionstaus wie in der Vergangenheit zu vermeiden.

 

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Kosten für Kindergärten steigen und steigen

Die Zahlen, die Elisabeth Moormann vorstellte, sind nicht unumstößlich, sondern stellen zunächst einmal den Ist-Zustand dar, der zumindest an einigen Stellen noch verändert werden kann. Gleichwohl geben sie zu denken. Aktuell stehen den ordentlichen Erträgen im Ergebnishaushalt mit 19.299.600 Euro Aufwendungen in Höhe von 20.028.400 Euro gegenüber – und das, obwohl die Einnahmen unter anderem aus den Zuweisungen des Landkreises für den Betrieb der Kindergärten steigen werden, und zwar von 1,29 Millionen Euro auf 1,55 Millionen Euro.

Allerdings schießen auch die Kosten der Samtgemeinde für die Kindergärten angesichts der stetig wachsenden Zahl an Gruppen in die Höhe. Stellte die Kommune 2021 noch 3,35 Millionen Euro an Zuschüssen bereit, so werden es in diesem Jahr 4,13 Millionen Euro sein. Auch für die nächsten Jahre erwartet die Kämmerin einen weiteren Anstieg der Kosten. Zwar beteiligt sich der Landkreis mit annähernd der Hälfte an den Aufwendungen, doch fließen die Gelder immer mit einem Zeitverzug von zwei Jahren. Ob sich daran etwas ändern lässt, müssen Gespräche in nächster Zeit zeigen.

Bis 2025 Anstieg der Schulden

Sorge bereitet auch der Schuldenstand. Zum 31. Dezember 2021 wird er bei knapp 13 Millionen Euro liegen. Für 2022 werden noch einmal 4,7 Millionen hinzu kommen. Es handelt sich um so genannte investive Schulden, das heißt, dass Geld wird unter anderem in die Sanierung oder den Ausbau von Schulen und Kindergarten investiert. Dass die Kreditaufnahme so hoch ist, liegt auch an den Preissteigerungen im Baugewerbe. Erst 2025 rechnet Elisabeth Moormann wieder mit einem Sinken der Schulden.