“Wir haben nur den Wünschen entsprochen”

17.08.2007

“Wir haben nur den Wünschen entsprochen”
Von Jürgen Ackmann
Fürstenau.
Die Kritik an der Samtgemeinde Fürstenau in den vergangenen Wochen war massiv: In Leserbriefen und Stellungnahmen wird der Kommune vorgeworfen, sich zu stark in das ehrenamtliche Engagement des neu gegründeten Vereins “Fürstenauer Korb” um die Vorsitzende Heidi Übing einzumischen und Partei für kirchliche Institutionen zu ergreifen. In einem Gespräch äußerte sich nun der Samtgemeindebürgermeister zur aktuellen Debatte.

Herr Selter, gönnen Sie dem “Fürstenauer Korb” nicht, aus eigener Kraft eine Lebensmittelausgabe für hilfsbedürftige Menschen zu organisieren?

Davon kann keine Rede sein. Es ist so gewesen, dass ich vor längerer Zeit von Frau Übing angesprochen worden bin, ob es Möglichkeiten gebe, das Projekt zu unterstützen. Sie kam damals in Gesprächen mit der Caritas und der Quakenbrücker Tafel nicht so recht weiter. Ich habe dann ihrer Bitte entsprochen und Kontakt zu den Institutionen aufgenommen. Es wundert mich schon sehr, dass der Samtgemeinde das nun zum Vorwurf gemacht wird. Übrigens war Frau Übing später – am 25. April – mit einer Schwester vom Reginenstift bei mir und trug den Wunsch vor, das Projekt in den dortigen Räumen umzusetzen. Auch das haben wir unterstützt. Warum nun plötzlich von kirchlicher Einmischung die Rede ist, die tunlichst zu unterbleiben habe, verstehe ich deshalb nicht. Um es kurz zu machen: Den Vorwurf der Einmischung weisen wir zurück. Wir haben nur vorgetragenen Wünschen entsprochen.

Und wie soll es jetzt weitergehen?

Zunächst einmal bitte ich dringend um eine Versachlichung der Diskussion. Die Beteiligten sollten nicht so emotional reagieren. Das dient der Sache nicht.

Stichwort “Diskussion”. Was ist denn mit dem Vorschlag von Edeltraut Graeßner, der Ländervertreterin der Tafeln für Niedersachsen-West und Bremen, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen?

Ich stehe jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung und bin auch bereit, es zu organisieren. Es sei denn, das wird mir wieder als Versuch der Einmischung ausgelegt. Grundsätzlich halte ich das Projekt für absolut wichtig. Ich wünsche mir, dass es auf die Beine gestellt wird. Die Region Fürstenau braucht eine Lebensmittelausgabe für hilfsbedürftige Menschen. Dass dabei mehrere Einrichtungen für eine Sache an einem Strang ziehen, kann doch nur gut sein.

Was passiert, wenn die Fronten verhärtet bleiben?

Wie gesagt, wir können nur unsere Unterstützung anbieten. Wenn sie in der vorgeschlagenen Form nicht akzeptiert wird, dann müssen andere, konkrete Vorschläge auf den Tisch, die der Sache gerecht werden. Aber – und das betone ich noch mal – wir sind nur mit im Boot, wenn uns nicht wieder vorgeworfen wird, wir mischten uns ein. Das funktioniert nicht.