Wenn Akten auf große Reise gehen

13.04.2006

SELBST IST DIE VERWALTUNG: Peter Selter und Katrin Schulting mit Akten vom Landkreis.
Foto: Jürgen Ackmann

Wenn Akten auf große Reise gehen
ja FüRSTENAU/BERGE/ BIPPEN.
Manchmal geht auch ein Aktenschrank auf Reisen – zum Beispiel vom Schölerberg in Osnabrück zum Schloss nach Fürstenau. Bürokratiegeschädigte Bürger müssen nun aber nicht vor Schreck erstarren. Im Gegenteil: Ihnen wird künftig das Leben leichter gemacht.
Bisher hatten die rund 80 Akten ihren Platz in der Verwaltung des Landkreises. Dort war fein säuberlich aufgelistet, was Bürger aus Fürstenau, Bippen oder Berge in der Vergangenheit so alles auf dem Herzen gehabt haben, wenn es beispielsweise um Gaststättenkonzessionen oder Vereinsgründungen ging. Stets hatte der Landkreis im fernen Osnabrück das letzte Wort und drückte den Entscheidungen seinen Stempel auf. Dass die Akten nun im Büro für Bürgerservice und Ordnung von Katrin Schulting und Holger Stünkel eine neue Bleibe gefunden haben, ist dem neuen Modellkommunengesetz zu verdanken (siehe Info-Box). In Zukunft darf die Samtgemeinde, zu der neben Fürstenau auch Berge und Bippen gehören, in einigen wichtigen Fragen direkt im Schloss entscheiden. Der Umweg über den Schölerberg fällt weg. Eine Zeitersparnis – für die Verwaltungen und für die Bürger.
Die neue Regelung ist in der Samtgemeinde in diesem Monat in Kraft getreten. Die ersten Fälle hat das Team vom zuständigen Fachbereichsleiter Franz Kormann bereits bearbeitet. Neben der bereits erwähnten Erteilung von Gaststättenkonzessionen und der Anzeige von Vereinsgründungen übernimmt die Samtgemeinde auch die Standesamtsaufgabe “Behördliche Änderung von Familien- und Vornamen” komplett in Eigenregie. Selbst dafür mussten sich die Fürstenauer bisher mit dem Landkreis abstimmen.
Weiterhin darf die Samtgemeinde jetzt allein über die Zulassung von Kundgebungen entscheiden. Hier dürfte die Verwaltung angesichts der Erfahrungswerte der vergangenen Jahre aber nicht allzu oft in die Entscheidungspflicht genommen werden, wie der Allgemeine Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, Peter Selter, sagt.
So oder so: Mit den neuen Rechten kommen auf die Verwaltung auch neue Pflichten zu. Sie muss nämlich ihre Genehmigungen selbst überwachen.