“Was sich hier abspielt, geht gar nicht”

26.01.2007

“Was sich hier abspielt, gehtgar nicht”
Von Jürgen Ackmann
Fürstenau.
Das Müll-Chaos treibt skurrile Blüten. BeiAlba-Mitarbeitern wird unterwegs offenbar schon mal der Sprit knapp, oder sieschaffen es nicht, gelbe Tonnen in ihre Abfuhrfahrzeuge einzuhängen. Sogeschehen in Fürstenau. Samtgemeindebürgermeister Peter Selter kann es kaumfassen. Er fordert, Alba den Auftrag zu entziehen.

Wie in anderenOrten auch klappt die Abfuhr des Verpackungsmülls aus gelben Säcken und Tonnenin der Samtgemeinde bis heute nicht richtig. Nachdem die Fürstenauer Verwaltungdas Duale System Deutschland als Auftraggeber von Alba mehrfach angeschriebenhatte, ohne auch nur die geringste Reaktion zu erhalten, beauftragte derSamtgemeindebürgermeister in dieser Woche den Bauhof mit der Abfuhr liegengebliebener Säcke. Diese Aktion zeigte endlich Wirkung, offenbar auch weil esdieses Mal nicht nur um eine Beschwerde ging. Alba schickte zwei Mann und einAbfuhrfahrzeug, um etwa 200 gelbe Säcke abzuholen, die die Mitarbeiter desBauhofes innerhalb kurzer Zeit eingesammelt hatten, wie Peter Selterberichtete. So weit, so gut: Als jedoch die Alba-Mitarbeiter noch einige gelbeTonnen leeren sollten, habe es wieder Probleme gegeben. Erstaunt habe derBauhof festgestellt, dass die Alba-Leute Schwierigkeiten gehabt hätten, dietechnischen Vorrichtungen zu bedienen. Also packten sie erneut mit an.

Nun gut. Die Samtgemeinde bat anschließend darum, weitere liegen gebliebeneSäcke einzusammeln. Auch das gestaltete sich schwierig. Die Alba-Leute hättennur wenig Deutsch gesprochen, ihnen sei also nicht zu erklären gewesen, wo eslanggehe, so Peter Selter. Also sprang der Bauhof wieder in die Bresche. EinMitarbeiter fuhr mit einem Auto voran, der Alba-Wagen hinterher.

Aber auch das war mit Komplikationen verbunden. Bei den Alba-Leuten gingdieses Mal langsam, aber sicher der Sprit zur Neige oder wie es derstellvertretende Stadtdirektor Fürstenaus, Paul Weymann, vorsichtig formulierte:”Es gab wohl Tankprobleme.” Die Mitarbeiter hätten dann “ihrTaschengeld” zusammengekramt, um erst einmal in Fürstenau nachzutanken.Kurze Zeit später hätten sie sich auf den Heimweg gemacht.

Für den Samtgemeindebürgermeister ist das Maß nach dieser erneut”völlig unzureichenden Dienstleistung” voll. “Was sich hierabspielt, geht gar nicht”, betonte Peter Selter. In eine ähnliche Kerbeschlagen auch die Landtagsabgeordneten Reinhold Coenen und Martin Bäumer. Nacheiner Landtagssitzung, in der es auch um das Müll-Chaos ging, erklärten sie,dass die Leistungen von Alba absolut unzureichend seien. “Dem Unternehmenmuss der Auftrag entzogen werden”, so Coenen.

Alba-Geschäftsführer Steffen Bartels erklärte zu den jüngsten Ereignissen inFürstenau, dass er sich das alles gar nicht vorstellen könne. Er habe auchkeine Kenntnis darüber. Insgesamt klappe die Abfuhr immer besser, auch sei dieZahl der Beschwerden “drastisch” zurückgegangen, zumal Albainzwischen zusätzliche Kontrollmechanismen bei der Abfuhr eingebaut habe.