Warten hat ein Ende – Neues Fahrzeug für die Feuerwehr Ohrtermersch/Ohrte

29.09.2012

NOZ 29.09.2012

Fürstenau/Bippen/ Berge. Für die Samtgemeinde Fürstenau ist es immer wieder eine Gratwanderung. Zum einen sieht sie sehr wohl die Bedürfnisse ihrer sieben Feuerwehren. Sie weiß auch, dass deren Engagement unerlässlich ist. Zum anderen gibt es den Zwang zu sparen, der sich nicht wegdiskutieren lässt. Eine schwierige Situation, wie Debatten in den politischen Gremien zeigen.
Am Donnerstagabend war es in der Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen, Umwelt und Brandschutz mal wieder so weit. Zunächst ging es um einen Ersatz für das Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr in Ohrtermersch/Ohrte. Das betagte Schätzchen stammt aus dem Jahr 1978 und lässt sich nur noch mit erheblichem Aufwand für den Einsatz flottmachen. Zwar hat der TÜV das Gefährt noch einmal durchgewinkt, doch ist der Reparaturaufwand inzwischen einfach zu hoch.

Auch das wollte niemand wegdiskutieren. Nach intensiven Gesprächen der Feuerwehr Ohrtermersch/Ohrte mit dem Gemeindebrandmeister sowie der Kommune waren sich alle Beteiligten einig, dass ein „TSF-W/MLF (Tanklöschfahrzeug) in der Fahrgestellgröße 7,49 Tonnen hermüsse. Dies sei auch wegen der schwierigen Wasserversorgung in Ohrte/Ohrtermersch notwendig.

Fündig in Sache TSF-W sind die Verantwortlichen bei der Firma Schlingmann in Dissen geworden, die ein Vorführfahrzeug in der gewünschten Gewichts- und Ausstattungsklasse parat hat. Kosten: 130000 Euro.

Da die Samtgemeinde jedes Jahr für die Ersatzbeschaffung von Feuerwehrfahrzeugen 75000 Euro anspart, lässt sich der Kauf regeln. Für 2012 und 2013 liegen mithin 150000 Euro bereit. Da bleiben sogar noch einige Euro übrig.

An dieser Investition gab es im Ausschuss nichts zu mäkeln. Gleichwohl kam doch noch eine Diskussion auf. Die drehte sich um die weiteren Anschaffungen für die Feuerwehren in den nächsten Jahren. Hier steht noch einmal ein sechsstelliger Betrag für die Ausrüstung zur Debatte. Dass neue Schutzkleidung notwendig ist, bestritt niemand. Die Sicherheit der Feuerwehrleute habe oberste Priorität, waren sich alle einig. Wegen der Anschaffung einer Wärmebildkamera für 8000 Euro sowie dem Einstellen von Geldern für Geräte, die möglicherweise kaputtgehen könnten, meldete Friedhelm Spree für die CDU-Fraktion mit Blick auf die Finanzen und den Haushaltsausgleich jedoch Bedenken an. Müssten hier wirklich Beträge eingeplant werden?, fragte er. Im Gegenzug erklärte Volker Brandt für die SPD und die Grünen, dass seine Fraktion zunächst allen Investitionsvorschlägen zustimme. Auch eine Wärmebildkamera mache Sinn.

Um eine Kampfabstimmung zu vermeiden, beschloss der Ausschuss, die Sache ohne Beschluss zunächst an den Samtgemeindeausschuss weiterzugeben, um dort vielleicht einen Konsens zu erzielen.

Im Nachgang erinnerte dann Gemeindebrandmeister Heinrich Brinkers daran, dass die Investitionen für die Wehren wegen der finanziellen Engpässe vor gut zehn Jahren dauerhaft um 10000 bis 20000 Euro gekürzt worden seien. Dies räche sich nun. Es gebe einen Investitionsstau, der nun mit großen Summen aufgelöst werden müsse.