Verwirrung um Übungsplatz

28.04.2006

Verwirrung um Übungsplatz
ja Fürstenau.
Manchmal ändern sich die Dinge von Tag zu Tag: Hieß es am Mittwochabend beim zweiten Treffen des Runden Tisches in Fürstenau, dass der Bund noch nicht entschieden habe, ob er das 300 Hektar große Übungsgelände der Pommernkaserne behalte, so kam gestern die Nachricht, es werde wahrscheinlich 2008 ebenso wie die Kaserne “frei”.
In der Sitzung im Fürstenauer Schloss mit Vertretern der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), des Landkreises, der Stadt und der Samtgemeinde hatte sich am Ende alles auf die Frage die zukünftigen Besitzverhältnisse für das Übungsgeländes zugespitzt. Zur Überraschung vieler hatte Wera Buhr von der Bima in der Debatte über die zukünftige Nutzung der Kaserne erklärt, dass es vorerst aus allen Überlegungen “ausgeklammert” werden müsse. Der Bund habe noch nicht entschieden, wie er weiterverfahren wolle. Die Bima-Vertreter selbst sahen darin kein Problem. Der Erste Kreisrat Dr. Reinhold Kassing aber sehr wohl. “Die weitere Vermarktung der Flächen steht und fällt mit klaren Aussagen zu diesem Thema.” Kreisrat Dr. Winfried Wilken wurde deutlicher: “Wir fordern eine schnelle Entscheidung vom Bund.” Wera Buhr versprach, bald nachzuhaken. Gestern genügte ein Blick in den PC, um die Frage zu klären. Das Übungsgelände könnte mit vermarktet werden.
Für die Fürstenauer Verwaltung, die bei der Vermarktung mitwirken will, ist diese schnelle Antwort wichtig. Nun kann sie Investoren genau sagen, was im Angebot ist. Der bereits ins Spiel gebrachte Center-Park beispielsweise würde im Falle einer Ansiedlung 100 Hektar benötigen. Die Kaserne ohne Übungsgelände verfügt aber nur über 38 Hektar.
Gestern trudelte übrigens noch eine weitere Nachricht ein. Die Bima hat mit den Marseille-Kliniken – einem der größten privaten Anbieter von Dienstleistungen auf dem Gesundheitsmarkt – Kontakt aufgenommen, um ihr die Pommernkaserne anzubieten. Vielleicht ein Lichtblick für die Fürstenauer, von denen sich viele Sorgen um die Zukunft des Bundeswehr-Geländes machen. Für sie läuft die Zeit, auch wenn die Kaserne erst Anfang 2008 endgültig geräumt wird.
Das machte die Stadt beim Gespräch am Runden Tisch – der eigentlich ein Geviert war – deutlich. Die Verwaltung bereitet deshalb ein Exposé vor, dass noch im Mai an mögliche Interessenten verschickt werden soll, wie der Allgemeine Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, Peter Selter, erklärte. Auch die Center-Park-Betreiber sollen bedacht werden. Die Bima selbst sieht – was die Vermarktung angeht – noch “keinen Zeitdruck”. Wera Buhr begrüßte zwar diese Initiative, hält es aber für sinnvoll, mit überregionalen Inseraten erst im Frühjahr 2007 in die Offensive zu gehen. Dies heiße aber nicht, dass nicht bereits jetzt Gespräche mit Interessenten geführt würden, betonte Wera Buhr.
Über diese Vermarktungsaktivitäten hinaus wird die Bima in Fürstenau allerdings nicht aktiv. Geld werde die Behörde nicht in die Hand nehmen, um das Objekt so weiterzuentwickeln, dass es höhere Erlöse bringe. Dafür gebe es in Fürstenau “kein Potenzial”, sagte Wera Bur.