Turnhalle Berge: Ausschuss unterstützt Vorhaben

21.08.2013

NOZ

Berge. Turnhallenerweiterung in Berge, nächstes Kapitel: Der Ausschuss für Planen, Bauen, Umwelt und Brandschutz der Samtgemeinde Fürstenau hat einstimmig empfohlen, das Projekt in Berge zu unterstützen. Gleichwohl merkte der Sprecher der Gruppe CDU/UWG, Friedhelm Spree, an, dass es noch offene Vertragsfragen gebe. Diese seien nun erst einmal im Samtgemeindeausschuss zu klären – ein Gremium, das nicht öffentlich tagt.

Zum Projekt selbst: Bekanntlich ist die Simper-Stiftung in Berge bereit, für den Bau der neuen Turnhalle als Bauherrin aufzutreten und zunächst Eigentümerin der Turnhalle zu werden, um das 1,1 Millionen Euro teure Projekt zu realisieren. Sie würde dafür einen Kredit in Höhe von 600000 Euro aufnehmen. Weitere 400000 Euro würde die Gemeinde Berge aufbringen, 100000 Euro sollen aus Spenden von Firmen, Vereinen und Berger Bürgern zusammenkommen.

So könnte das zukünftige Objekt aussehen. Entwurf: Jochen Bohmann

So könnte das zukünftige Objekt aussehen. Entwurf: Jochen Bohmann

Nach Fertigstellung der Turnhalle vermietet die Simper-Stiftung das Gebäude an die Samtgemeinde Fürstenau. Die würde pro Jahr 38000 Euro zahlen, und zwar nach derzeitigem Stand der Dinge rund 20 Jahre lang. Der Betrag ergibt sich aus dem Kapitaldienst, den die Simper-Stiftung erbringen muss. Unterstützung würde die Samtgemeinde wiederum von der Gemeinde Berge erhalten. Sie würde im „Binnenverhältnis“ von den 38000 Euro 8000 Euro übernehmen.

Nach der vollständigen Tilgung des Kredites würde eine Übertragung der Turnhalle an die Samtgemeinde Fürstenau erfolgen. Die wiederum würde als Gegenleistung der Simper-Stiftung die für den Bau der Turnhalle eingeworbenen Spenden erstatten – maximal aber 100000 Euro.

Dieses umfangreiche Regelement – das hier vereinfacht dargestellt ist – bietet die Chance, dass die Berger ihre neue Turnhalle bekommen, obwohl die Samtgemeinde wegen der Entschuldungshilfe von Land und Landkreis – insgesamt fünf Millionen Euro – die Verpflichtung hat, weiter Schulden abzubauen und keine neuen Schulden zu machen.

Das Engagement der Simper-Stiftung würdigte Samtgemeindebürgermeister Peter Selter in der Sitzung am Donnerstagabend ausdrücklich. Er müsse Renate und Günter Simper ein großes Kompliment machen. „Wir können nun etwas machen, was die Samtgemeinde sonst nicht hätten machen können“, betonte Peter Selter.

Anschließend erläuterte Berges Bürgermeister Volker Brandt, der zudem Mitglied im Vorstand der Simper-Stiftung ist, noch einmal die Modalitäten. Unter anderem wies er darauf hin, dass wirklich nur das Notwendigste realisiert werde. So seien zunächst weder eine Tribüne noch eine Lautsprecheranlage geplant. Auch verzichte der Planer Jochen Bohmann auf einen Teil seines Honorars, um den Kostenrahmen einzuhalten. Auch sonst werde alles getan, um die Kassen möglichst wenig zu belasten – auch mit Blick auf die späteren Unterhaltungskosten.

Zur Halle selbst erklärte Volker Brandt, dass sie 22 mal 44 Meter groß sein werde und mit der alten Halle über einen kleinen Zwischenbau verbunden sei.
So könnte das Objekt aussehen. Entwurf: Jochen Bohmann
Für die CDU/UWG-Gruppe erklärte abschließend Friedhelm Spree, dass die vorliegende Konzeption eine praktikable Lösung sei. Auch er dankte der Simper-Stiftung für das Engagement, erklärte aber daraufhin, dass es in Detailfragen noch Klärungsbedarf gebe. Auch wies er auf die Entschuldungshilfe hin, die für die Kommune eine große Verpflichtung sei, zumal es am Ende für die Samtgemeinde doch um einen Betrag von insgesamt 700000 Euro gehe – wenn auch verteilt über viele Jahre. Da müsse geprüft werden, an welchen anderen finanziellen Stellschrauben gedreht werden könne. Gleichwohl könne die CDU/UWG dem vorliegenden Grundsatzbeschluss, die Umsetzung des Projektes zu unterstützen zustimmen.

Nach dem Treffen des Samtgemeindeausschusses am 22. August wird am 29. August der Samtgemeinderat sein Votum abgeben. Auch der Landkreis und das Land müssen noch zustimmen. Hier laufen die Gespräche.