Tunnel wird plattgemacht

28.11.2009

ja Berge.
Eigentlich dürfen am Schluss von Ausschusssitzungen nur Einwohner der Kommune das Wort ergreifen. Doch aus gutem Grund drückte der Chef der Samtgemeinde Fürstenau, Peter Selter, bei Gerd Beckmann ein Auge zu. Der kommissarische Schulleiter, der in Quakenbrück übernachtet, aber seinen Schreibtisch in der Haupt- und Realschule Berge hat, wollte sich einfach nur bedanken – dafür, dass die Politik zuvor dem Bau eines neuen Kiosks und der Umgestaltung des Eingangs zugestimmt hat. Darüber würden sich Schüler, Eltern und Lehrer richtig freuen, betonte der Pädagoge.

Der Beschlussempfehlung im Schulausschuss waren viele Gespräche und Ideen vorausgegangen. Sie mündeten schließlich in einen Entwurf, den der Diplomingenieur Jochen Bohmann in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen zu Papier brachte und in der Sitzung des Gremiums präsentierte. Dieser Vorschlag sieht – wie berichtet – vor, den sogenannten Berger Schultunnel abzureißen. Weiterhin ist geplant, den Eingang, in den dieses Bauwerk aus den 60er-Jahren einmündet, in die Mitte des Schulgebäudes zu verlegen. Links davon ist außerdem der neue Kiosk vorgesehen, den sich die Schule seit längerer Zeit wünscht. Überdies ist eine Überdachung des gesamten Kompexes geplant.

So weit, so schön. Einen kleinen Haken hat dieser Entwurf dennoch. Würde er zu 100 Prozent umgesetzt, kämen schlappe 125000 Euro zusammen – Geld, das die chronisch arme Samtgemeinde definitiv nicht hat. Sie hat aber 65000 Euro. Die stammen aus einer Sponsorenaktion der Schule, aus dem Fördertopf des Konjunkturpaketes II und aus Haushaltsmitteln. Diese Euros könnten, ohne einen Cent Schulden zu machen, in das Projekt gesteckt werden.

Und so soll es auch geschehen. Für die 65000 Euro wird der ungeliebte und marode Schultunnel plattgemacht, neu gepflastert, der Eingang verlegt und der Kiosk gebaut. Die Überdachung muss dagegen noch einige Jahre warten. Überdies wird die tatkräftige Hilfe von engagierten Eltern und Schülern notwendig sein, um den Kostenrahmen einzuhalten – denn darauf bestehen die Kommunalpolitiker, allen voran Friedrich-Wilhelm Oldenhage. Das Projekt dürfe keinen Cent mehr als 65000 Euro kosten, betonte er. Alles andere sei gegenüber dem Land und dem Landkreis angesichts der Schuldenberge nicht vertretbar.

Das sahen auch die anderen Kommunalpolitiker so. Gleichwohl bekräftigten sie, dass etwas getan werden müsse. Selbst wenn der Tunnel bliebe, müsse eine größere Summe in dessen Sanierung gesteckt werden, erklärte beispielsweise Alfons Bertke. Samtgemeindebürgermeister Peter Selter stellte unterdessen die Schülerfirma der Schule in den Vordergrund. Sie sei „top“ organisiert und sogar zertifiziert. Sie verdiene einen vernünftigen Kiosk, um die Waren zu verkaufen. Der jetzige Zustand sei unbefriedigend.