Thema Streetworker – Samtgemeinde Fürstenau: „Außerparlamentarische“ Debatte auf Facebook

18.05.2011

ja Fürstenau/Bippen/Berge. Früher – da war manches anders. Da wäre der Vorschlag, über einen Streetworker für die Samtgemeinde Fürstenau nachzudenken, zunächst in den Fraktionen beraten worden, dann in den Ausschüssen, schließlich im Rat. Das ist zwar auch heute noch so, doch ist die „außerparlamentarische“ Debatte schon wenige Tage danach voll entbrannt – unter den jungen Leuten. Auf Facebook. Selbst erste Umfrageergebnisse gibt es.

In der vergangenen Woche hatte Samtgemeindebürgermeister Peter Selter angekündigt, dass er die so genannte „aufsuchende Jugendarbeit“ auf die politische Agenda setzen wolle. Dazu müsse die Kommune eventuell auch über eine personelle Verstärkung nachdenken, da der bisherige Jugendpfleger diese zusätzliche Aufgabe nicht allein bewältigen könne. Darauf hin machte die Junge Union über ihre sozialen Netzwerke sofort mobil und stellte das Thema „Streetworker“ auf Facebook zur Diskussion. Und siehe da: Die Debatte kam sofort in Gang. Von der viel beklagten Politikverdrossenheit und mangelndem Engagement keine Spur. Gut 30 Kommentare gibt es inzwischen zum Thema. 131 junge und auch ältere „Facebooker“ haben sich für einen Streetworker ausgesprochen. 36 finden, die Idee zwar gut, aber nicht unbedingt notwendig. Sechs lehnen einen Streetworker ab. So schnell könnte die Kommunalpolitik mit herkömmlichen Mitteln kein erstes Meinungsbild zusammen.

Dabei geht es in der Diskussion keineswegs nur um Pro und Contra. Es gibt auch bereits konkrete Vorschläge, wie die Samtgemeinde Fürstenau so ein Vorhaben finanzieren könnte. Es müsse ja keine Ganztagsstelle sein, heißt es beispielsweise. Es sei ja auch möglich, dass sich die Kommune mit der benachbarten Samtgemeinde Bersenbrück eine Stelle teile. Weiterhin weist eine Kommentatorin darauf hin, dass ein erfolgreicher Streetworker ja auch Geld einspare, wenn die Kommune weniger Euros für die Beseitigung von Graffitis oder andere Schäden ausgeben müsse.

Auch der Chef der CDU in der Samtgemeinde Fürstenau, Friedhelm Spree, hat sich inzwischen in die Debatte eingemischt. Er verweist – ganz Politiker – erst einmal darauf, dass eine Bestandsaufnahme der bisherigen Jugendarbeit notwendig sei. Wie dann bestehende Defizite aufgearbeitet werden könnten, müsse in den politischen Gremien beraten werden. Auch das neue Jugendparlament sei hier gefragt, fügt er hinzu.

Das Fazit: Inzwischen gibt es die Debatte vor der Debatte – auch eine Form der Basisdemokratie. Die sozialen Netzwerke machen es möglich.