Stark „personalisierter Wahlkampf“

20.09.2006

Axel Escher, Vorsitzender OV-Berge

Stark „personalisierter Wahlkampf“
ja Berge.
Die Wahl ist vorbei – Zeit für die Parteien, die Ergebnisse zu bewerten und dieStrategien für die nächsten fünf Jahre festzulegen. In einem Gespräch mit demKreisblatt ging Axel Escher, Vorsitzender der Berger CDU und frisch gebackenerRatsherr, auf die Resultate in seiner Gemeinde ein.

Wie berichtet, haben die Christdemokraten drei Mandateeingebüßt, die nun von SPD und der neu in den Rat eingezogenen UWG besetztwerden. Überdies hat der Sozialdemokrat Volker Brandt mit mehr als 1300 Stimmendas beste Ergebnis der Wahl eingefahren. Für Axel Escher ist speziell diesesResultat unter anderem Ausdruck eines stark „personalisierten Wahlkampfes“, den die SPD nicht nur in Berge, sondern auch in Bippen und Fürstenau geführt habe.Das Ergebnis von Volker Brandt sei allerdings in gewisser Weise zweischneidig.Es könne der Eindruck entstehen, dass alles andere nicht mehr zähle und dass die Bevölkerung den Bürgermeister direkt wählen könne.

Weiterhin sei auffällig, dass viele SPD- und CDU-Ratsherren, die sich zurWiederwahl gestellt hätten, teilweise erhebliche Stimmeneinbußen im Vergleichzur vergangenen Wahl hätten hinnehmen müssen, erklärte Axel Escher.Möglicherweise sei in der Bevölkerung der fatale Eindruck entstanden, dass imBerger Rat keine gute Arbeit geleistet worden sei.

So oder so: Mit den Ergebnissen müssten die Fraktionen im Rat nun leben,betonte Axel Escher. Die CDU werde sowohl mit der SPD als auch mit der UWG dasGespräch suchen, um über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen – „egal, wiees ausgeht“. Falls keine Einigungen möglich seien, spreche er sich persönlichfür eine „konstruktive Oppositionsarbeit“ aus. Einen Kleinkrieg dürfe es im Berger Rat auf keinen Fall geben, aber ein kritisches Beleuchten der Themen zum Wohle der Gemeinde sehr wohl. Diese Grundhaltung müsse natürlich für alle Fraktionen gelten.

Wie Axel Escher weiter berichtete, werde sich der CDU-Vorstand am nächsten Dienstag mit allen Ratskandidaten treffen, um das weitere Vorgehen zu beraten.Ursprünglich sei die Zusammenkunft bereits für diese Woche geplant gewesen,doch sei es zu Terminüberschneidungen gekommen.