Fürstenau/Bippen/Berge. Der Bedarf an Plätzen für Kindergarten und Krippe in der Samtgemeinde Fürstenau steigt weiter. Derzeit müssen noch 18 Jungen und Mädchen untergebracht werden. Die Kommune wird mit einer Reihe von Maßnahmen reagieren. Eine davon: der Neubau des Kindergartens St. Katharina in Fürstenau an anderer Stelle, da es am Standort am Wegemühlenweg keine wirtschaftlich sinnvollen Entwicklungsmöglichkeiten mehr gibt.

In den nächsten Jahren wird sich die Kindergartenlandschaft in der Samtgemeinde stark verändern. Um den kurzfristigen Bedarf in diesem Jahr zu decken, wird zunächst am Kinderzentrum auf dem Fürstenauer Campusgelände zum 1. August eine Kindergartengruppe als Integrationsgruppe im Raum der Sprachheilgruppe eingerichtet. Die Sprachheilgruppe wird nun wahrscheinlich zwei Therapieräume nutzen, die mittels eines Durchbruches miteinander verbunden werden. Solche Optionen waren bereits bei der Planung des Gebäudes berücksichtigt worden.

Weiterhin ist vorgesehen, noch in diesem Jahr mit dem Bau einer weiteren Krippengruppe am Kinderzentrum zu beginnen. Der Bauentwurf liegt bereits vor, die Baukostenschätzung liegt bei 250.000 Euro, wobei die Samtgemeinde mit einer Förderung von rund 180.000 Euro rechnen kann. Der Bau der Krippengruppe am Kinderzentrum ist auch deshalb notwendig, weil sich die Umsetzung der Bauprojekte am evangelischen Kindergarten St. Georg in Fürstenau – dort soll eine Kinderkrippe entstehen – sowie am katholischen Kindergarten St. Katharina in Fürstenau verzögern.

Beim evangelischen Kindergarten hat sich der Zeitplan wegen notwendiger Abstimmungen mit dem Bau eines angrenzenden Multifunktionsraumes verschoben, der unter anderem von der benachbarten Benedikt-Grundschule genutzt werden soll. Beim katholischen Kindergarten hat sich herausgestellt, dass der bestehende Bau nicht mehr sanierungsfähig ist. Zwischen Samtgemeinde und dem Träger besteht deshalb Einigkeit darüber, dass aus wirtschaftlicher und aus entwicklungstechnischer Sicht nur ein Neubau sinnvoll ist. Der soll auf dem Grundstück der katholischen Kirchengemeinde an der Bürgerschützenstraße entstehen. Baubeginn soll 2021 sein, die Fertigstellung – mit der Option auf spätere Erweiterungen – ist für 2022 vorgesehen. Im alten Gebäude am Wegemühlenbach könnte dann der vierte Gruppenraum vorübergehend bis zur kompletten Aufgabe des Standortes als Krippengruppe genutzt werden.

Auch in Bippen wird es noch in diesem Jahr Bauaktivitäten geben. Dort ist 2019 im bisherigen Mitarbeiterraum eine Kleingruppe mit acht Kindern eingerichtet worden, um den Bedarf zu decken. Nun will die Samtgemeinde das Gebäude so umbauen, dass die Mitarbeiter wieder ausreichend Platz haben. Zudem soll eine neue Krippengruppe her. Die soll es auch für die evangelische Krippe in Berge geben, und zwar 2021.

Die Samtgemeinde will die Projekte planerisch so schnell wie möglich vorantreiben, wie Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken betonte. Der Grund: Im Konjunkturpaket des Bundes sind für 2020 und 2021 eine Millarde Euro für den Kapazitätenausbau bei Kindergärten und Krippen vorgesehen. Wie die verteilt würden, sei zwar noch nicht geklärt, es sei aber wichtig, die Pläne schnell fertigzustellen, um bei Bekanntgabe der Fördervoraussetzungen sofort Anträge stellen zu können.

Ebenso wie Benno Trütken begrüßten auch die Gruppen CDU/FDP und SPD/Grüne die Planungen – insbesondere auch mit Blick auf den Neubau des katholischen Kindergartens an der Bürgerschützenstraße und die damit  verbundenen Übergangslösungen an anderer Stelle bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes dort. Von einem „atmenden System“ des Übergangs, von „größerer Flexibilität“, von einem „tragfähigen Konzept“ sprachen Benno Trütken, Friedhelm Spree und Matthias Wübbel. Ein Dank ging an den Ratsherrn Helmut Tolsdorf, der als langjähriger Kindergartenplaner in der Stadt Osnabrück sein Wissen gerne teilte.