Stadt will Betreuungsangebote für Kinder ausbauen

02.03.2006

Bild: Peter Selter, allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters und Samtgemeindebürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl am 10. September

Stadt will Betreuungsangebote für Kinder ausbauen

Selter: Fürstenau soll Modellkommune für Landkreisprojekt werden. – Berge: „Auf das Angebot kommt es an“

Die Stadt Fürstenau will Modellkommune für das Landkreisprojekt „Orte verlässlicher Betreuung“ werden. Damit könnte das Betreuungsangebot der Kindergärten in Fürstenau weiter abgerundet werden, betonte Peter Selter, Samtgemeindebürgermeisterkandidat der CDU. Gestern hat die Kommune einen entsprechenden Antrag abgeschickt.

Der Landkreis möchte in Zusammenarbeit mit den Kommunen nach Möglichkeit für jeden Betreuungsbedarf, der sich aus der Berufstätigkeit von Eltern ergibt, ein Angebot vorhalten – speziell für die Zeiten von 7 bis 18 Uhr. Realisiert werden kann die Betreuung entweder als Gruppenangebot in einer Tageseinrichtung oder als so genannte Tagespflege, die entgegen den jetzigen Regeln auch in Tageseinrichtungen möglich sein soll. Das heißt, dass Kommunen wesentlich flexibler als bisher auf Wünsche von Eltern in kleinen Ortteilen reagieren. Pro Tagespflegeperson sind auch Kleingruppen bis zu fünf Kinder möglich.

Dieses Modell sei gerade für den ländlichen Bereich ein Lösungsansatz, um das Tagesbetreuungsausbaugesetz des Bundes umzusetzen, erklärt Peter Selter. Ein Blick auf die Zahlen macht den Bedarf deutlich: Derzeit gibt es in der Samtgemeinde Fürstenau – Beispielsweise in Bippen oder Berge – Tagespflegeleistungen für 32 Kinder, in der Stadt Fürstenau selbst sind es dagegen allein 16 Mädchen und Jungen.

Die Betreuung in den Kindergärten würde dann zwar auf unterschiedlichen Rechtsgrundlagen fußen, Eltern und Kindern dürfte dies aber egal sein, wie Peter Selter meint. Überdies bestehe die Möglichkeit, dass die ein oder andere Erzieherin in gewissem Umfang zusätzliche Stunden zum Tagesspflegesatz leiste.

Ein derartiges Angebot ist nach Ansicht von Peter Selter nicht nur Zeitgemäß, sondern ist auch dringend nötig. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels müsse sich zukünftig jede Kommune auch an ihren Betreuungsangeboten für Kinder messen lassen. Dort, wo es gute Angebote gebe, zögen auch junge Familien hin. Und das sei wichtig für die Zukunft einer Gemeinde.

Und was ist mit der Diskussion um den Kindergarten in Berge? „Mir kommt es auf das Angebot an“, erklärt Peter Selter. Ziel aller Verantwortungsträger müsse es sein, ein bedarfsgerechtes und damit passgenaues Angebot für die Kinder und damit für die Eltern aufzubauen. „Wer diese Leistung erbringt, ist für mich eine nachrangige Frage“, betont Peter Selter angesichts der im Berger Rat diskutierten Frage, ob die Gemeinde den Kindergarten von der katholischen Kirchengemeinde übernehmen solle, die derzeit Träger ist. Eine gute Lösung sei erreicht, wenn die Kinder gut betreut würden und die Erzieherinnen gesichert seien, betonte Peter Selter.