Stadt Fürstenau: Zum ersten Mal seit 1993 wieder schwarze Zahlen

23.03.2011

ja Fürstenau. Ziemlich unscheinbar lagen die Papierpacken mit langen Zahlenkolonnen auf dem Tisch im Sitzungssaal des Schlosses. Der Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss der Stadt Fürstenau tagte mal wieder. Dieses Mal war aber alles anders. Zum ersten Mal seit 1993 kann die Kommune ihren Haushalt ausgleichen. Sie muss also nicht mehr ausgeben, als sie einnimmt. Fast schon ein kleines Wunder.

Insgesamt 5,47 Millionen Euro stehen im Ergebnishaushalt für das Jahr 2011 bei den ordentlichen Erträgen, 5,47 Millionen Euro bei den ordentlichen Aufwendungen – für die meisten der Kommunalpolitiker im Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss ein ganz neues Gefühl. In den vergangenen 18 Jahren haben sich die Ausschussmitglieder stets mit der Verwaltung von Minusbeträgen beschäftigt. Eine „schwarze Null“ gab es nie. „Wir haben dreimal gerechnet. Erst konnten wir es auch gar nicht glauben“, sagte Sonja Ahrend von der Verwaltung, nachdem Stadtdirektor Peter Selter dem Ausschuss die Eckdaten präsentiert hatte.

Dass die Kommune den Haushalt nun erstmals wieder ausgleichen kann, hat mehrere Gründe. Zum einen sind die Zinsen derzeit sehr niedrig. Das ist angesichts der langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von gut 2,5 Millionen Euro eine durchaus relevante Größe. Zum anderen ist die „Kindergarten-Aufgabe“ – wie berichtet – auf die Samtgemeinde Fürstenau übertragen worden. Auch das hat Entlastung gebracht. Schließlich war die Kommune sehr sparsam. Das haben Vereine und Institutionen in der Stadt durchaus zu spüren bekommen, wenn es um Zuschüsse für Projekte ging.

Trotz des erfreulichen Ergebnisses mochten die Fürstenauer Kommunalpolitiker keine Entwarnung geben. Es müsse eisern weitergespart werden. Die Rahmenbedingungen könnten sich auch schnell wieder ändern – die Zinsen steigen, Einnahmen wegbrechen. Dann sei der Haushaltsausgleich gleich wieder in Gefahr, betonten sowohl Friedrich Wilhelm-Oldenhage als auch Benno Trütken.