Soll diese Kaserne wirklich schließen?

23.03.2007

Die Pommernkaserne in Fürstenau: Im Gegensatz zu anderen Standorten sind hier die Beteiligten stolz auf eine moderne Infrastruktur, zum Beispiel Küchenchef Marco Listing (kleines Bild unten) oder Stadtdirektor Peter Selter und Bürgermeister Herbert Gans (kleines Bild in der Mitte).
Foto: Gert Westdörp

Soll diese Kaserne wirklich schließen?
al Fürstenau.
Die durch den Wehrbeauftragten Reinhold Robbe wegen skandalöser Mängel in deutschen Kasernen ausgelösten Alarmglocken lassen in Fürstenau derzeit ganz andere Glocken schrillen: “Das ist ein Schlag ins Gesicht für uns und die Pommernkaserne”, wettern Stadtdirektor Peter Selter und Bürgermeister Herbert Gans.

Robbe hatte in dieser Woche unter anderem von Schimmelbefall in Kellern und Stuben, maroden Dächern oder einsturzgefährdeten Decken berichtet – alles festgestellt in deutschen Kasernen. “Solche Mängel haben wir in der Pommernkaserne nicht”,sagen Selter und Gans, “aber trotzdem sollen der Standort Fürsten augeschlossen und Millionen von Geldern in andere Standorte investiert werden.” Das sei keinem Bürger mehr vermittelbar.

Und tatsächlich, ein Rundgang mit Selter, Gans und Oberleutnant Carsten Garwels zeigt, dass die Pommernkaserne in einem Top-Zustand ist. Moderne Sporthalle, blitzsaubere und moderne Unterkünfte, kein Schimmel in Kellern oder sonst wo. Und ein Küchenbereich, der Verpflegungsführer Marco Listing ins Schwärmen geraten lässt: “Die Kompaktheit dieses Bereichs ist einfach faszinierend.” Solche Arbeitsbedingungen habe er bei Einsätzen in anderen Kasernen bislang nie vorgefunden.

“Es ist ja auch immer alles regelmäßig in Schuss gehalten worden”,berichtet Gans. Mehrere Millionen Euro seien in den vergangenen Jahren in die Modernisierung der Pommernkaserne gesteckt worden. Aber jetzt solle ja trotzdem”dicht gemacht” werden.

Ob diese schon lange feststehende Entscheidung nun nach dem Robbe-Bericht noch einmal überdacht wird, steht in den Sternen. Zumindest wollen die Beteiligten jetzt noch einmal auf ihren topmodernen Standort aufmerksam machen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Georg Schirmbeck leistet Schützenhilfe und hat schon an Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung einen Brief verfasst.”Bei der nach wie vor mehr als angespannten Haushaltslage des Bundes fehlt mir jedes Verständnis für diese Vernichtung von Volksvermögen”, heißt es unter anderem in diesem Schreiben. Schirmbeck bittet Jung um Stellungnahme, obnach den Feststellungen des Wehrbeauftragten “wirklich das letzte Wort” über den Standort Fürstenau gesprochen sei.