Schulfrieden gefährdet

10.03.2010

ja Fürstenau/Bramsche.
Der Plan, in Bramsche eine Integrierte Gesamtschule einzurichten, gefährde auf „unverantwortliche Weise“ die gut funktionierenden Schulstrukturen im ganzen nördlichen Osnabrücker Land. Deshalb fordern die vier Samtgemeindebürgermeister aus dem Artland, Fürstenau, Bersenbrück und Neuenkirchen die Verantwortlichen in Bramsche auf, Abstand von diesem Vorhaben zu nehmen.

Wie Reinhard Scholz, Peter Selter, Michael Lübbersmann und Martin Brinkmann gestern bei einem Treffen in Fürstenau erklärten, gebe es im Nordkreis eine vollständige und in jeder Hinsicht intakte Schullandschaft. Sie sei in mehr als 30 Jahren gewachsen und umfasse neben einer Reihe von Haupt- und Realschulen sowie den drei klassischen Gymnasien in Quakenbrück, Bersenbrück und Bramsche auch die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Fürstenau und die private Marienschule in Schwagstorf. Hinzu komme bald ein Fachgymnasium für den Nordkreis in Bersenbrück. Der Aufbau einer weiteren IGS am Nordkreis-Rand werde unweigerlich andere Schulstandorte in der Region gefährden und zu einer Neuordnung der Schülerströme führen.

Besonders die Haupt- und Realschule in Neuenkirchen sei in ihrem Bestand bedroht. „Eine IGS in Bramsche bedeutet den K.-o.-Schlag für die HRS“, betonte Brinkmann. Auch in Alfhausen werde es Probleme gebe, ergänzte Lübbersmann. Unterdessen rechnet Selter mit einem vorübergehenden Rückgang der Schülerzahlen an der IGS in Fürstenau, da auch Jungen und Mädchen aus Bramsche die Fürstenauer Schule besuchten. Derzeit seien es 35 Jungen und Mädchen, rechnete Selter vor. Überdies würden sich vermutlich wegen der räumlichen Nähe auch die Neuenkirchener, Merzener und Voltlager stärker in Richtung Bramsche orientieren. Derzeit besuchten 117 Schüler aus den drei Kommunen die IGS in Fürstenau.

Auch Scholz hält eine IGS in Bramsche aus Artland-Sicht für „kontraproduktiv“. Versuche die Stadt, das Vorhaben durchzusetzen, werde es zudem erneut zu ideologisch eingefärbten Debatten kommen. Gerade diese Diskussionen seien im Nordkreis vor längerer Zeit zugunsten einer Vielfalt von Schulformen zu den Akten gelegt worden. „Die Eltern im Nordkreis können sich bereits die Schulen für ihre Kinder aussuchen, die sie für richtig halten, eben auch die IGS“, betonte Scholz. Gleichwohl befürchtet wiederum Selter, dass die Stadt Bramsche „mit der Brechstange“ versuchen werde, eine IGS durchzusetzen. Damit würde der Schulfrieden im ganzen Nordkreis gefährdet.

Unabhängig davon merkten Scholz und Selter an, dass der Landkreis Osnabrück als Träger der Schulentwicklungsplanung bisher nur die Samtgemeinde Neuenkirchen und Bersenbrück als Nachbarkommunen über Bramscher Pläne unterrichtet habe. Dabei seien auch die Fürstenauer und das Artland von dem Aufbau einer weiteren Integrierten Gesamtschule massiv betroffen.