Schuften für den Bürgerradweg

04.08.2009

ja Hollenstede.
Ferienzeit – freie Zeit? Für mehr als 30 Hollensteder gilt das nur eingeschränkt. Egal, ob die Sonne scheint, ob es regnet – sie verbringen diesen Sommer an der Hagenbecker Straße. In der Hand Schaufel, Pflasterhammer und Flex. Damit leisten sie ihren Beitrag für den neuen 1,5 Kilometer langen Radweg. Er verdient den Namen „Bürgerradweg“ tatsächlich.
Hollenstede
Wie berichtet, haben sich die Hollensteder viele Jahre lang für das Projekt an der Kreisstraße eingesetzt. Doch was sie auch immer anstellten, wen auch immer sie fragten – stets hieß es: „Andere Radwege haben Vorrang. Es fehlt das Geld.“ Als sich die Hollensteder dann verpflichteten, beim Bau mitzuarbeiten, da kam Bewegung in die Sache. Schnell rechnete der Landkreis nach und kam zum Ergebnis, dass das Projekt dann nicht mehr 260000 Euro kostet, sondern nur noch 100000 Euro. Ein Argument, das überzeugte. Also folgte im Juni – begleitet von vielen Worten des Lobes für das Engagement der Bürger – der Spatenstich.

In den folgenden Wochen floss der Schweiß, die Helfer verlegten jede Menge Betonrohre für den Radweg, rissen das Pflaster von Zufahrten auf oder besprachen mit Josef Richter vom Landkreis Details zum Streckenverlauf. Neben Muskelkraft kamen natürlich auch Maschinen zum Einsatz, und zwar die von Alfons Hopster. Der Unternehmer stellte sie zum Selbstkostenpreis zur Verfügung. „Oft haben die Helfer bis zum Sonnenuntergang gearbeitet. Einige haben sogar extra Urlaub genommen“, erzählt Bernhard Schulting. Der ehemalige Hollensteder Ratsherr gehört zu den Mitinitiatoren des Projektes. Mindestens 350 Arbeitsstunden hätten die Hollensteder schon investiert, betont Bernhard Schulting.

Ganz ohne Hilfe geht es aber auch in Hollenstede nicht. Deshalb rücken in zwei Wochen die Mitarbeiter der Firma Dallmann an, um den Unterbau für den Radweg herzustellen. Die Aufgabe der Hollensteder: die Seiten anfüllen. Auch dieser Job wird mit Sicherheit zügig erledigt. Darauf kann sich der Landkreis verlassen, der den Radweg nach der Fertigstellung in Besitz nehmen wird.

Beim jüngsten Arbeitseinsatz war übrigens auch der Kreistagsabgeordnete Friedrich-Wilhelm Oldenhage zu Gast. Er war angetan vom Engagement und der Akribie der Hollensteder. Auch gefiel ihm, dass der Radweg vielleicht sogar noch ein bisschen preiswerter wird als kalkuliert. Da schlägt das finanzpolitische Herz vor Freude doch gleich höher.