Projekte vorgestellt – „Fürsten Forest“: 2016 soll Freizeitpark fertig sein

11.05.2012

NOZ 11.05.2012

Fürstenau. Gehe das überhaupt? Dass im Ferien- und Freizeitpark in Fürstenau eine 27-Loch-Golfanlage mit 250 Ferienhäusern entstehe, zugleich eine Strecke für röhrende Geländewagen in Betrieb sei? Das gehe, sagte Projektmanager Cees Meekers bei der ersten großen Präsentation von „Fürsten Forest“ am Donnerstag. Die Golfer würden die Offroader nicht hören. Das Gelände sei groß genug für alle. Alles genau geprüft. Aha.

Die drei niederländischen Investoren, die derzeit die alte Pommernkaserne und das Übungsgelände zu „Europas größtem Ferien- und Freizeitpark“ umbauen, schätzen die Dimensionen des Geländes sehr. Diese Dimensionen waren es auch, die 2008 nach dem Soldatenabgesang den finalen Kaufreiz auslösten. Die insgesamt 362 Hektar – das sind ungefähr 500 Fußballfelder – überzeugten quantitativ und qualitativ. 324 Hektar Wald, viele Biotope, tolle Geländestrecken. Lange hat es jedoch gedauert, bis die Niederländer anfangen konnten, Geld zu verdienen. Die Behörden mussten das Gelände erst komplett überplanen. Inzwischen ist aber alles auf guten bürokratischen Wegen.

Im „Fürsten Forest“ ist alles ein bisschen größer – hier ein Teil der neuen Quadbahn. Foto: Jan Ackmann

Im „Fürsten Forest“ ist alles ein bisschen größer – hier ein Teil der neuen Quadbahn. Foto: Jan Ackmann

In vier Phasen haben die Niederländer ihr Projekt eingeteilt. 2016 soll alles so sein, wie es sich die Investoren wünschen. Phase eins ist inzwischen geschafft. Grund genug, einmal die „Öffentlichkeit“ im großen Stil einzuladen – also Leute von Fachzeitschriften, von Fernseh- und Radiosendern, von Zeitungen. Viele schauten vorbei – vom Handelsblatt bis Sat.1. Cees Meekers freute sich darüber und packte sein „bestes Deutsch“ aus. Erzählte von der Offroadstrecke mit Matschgruben und Holzbrücken. Berichtete über den Campingplatz, über Antjes Lounge mit Restaurant und Tagungsräumen, über die nagelneuen Kart- und Quadbahnen, die Halle für Laserspiele, die Bogenschieß- und Höhenkletteranlage sowie die Möglichkeit, mit Hubschrauber, Hummer oder einem Lamborghini Gallardo Touren zu machen. Alles Phase eins, so Cees Meekers. Fast 20 neue Arbeitsplätze seien 2012 hinzugekommen.

Nun folgt Phase zwei. Sie wird bis 2014 währen. Einige alte Kasernengebäude wollen die Investoren zu Hotels und einer Jugendherberge umbauen. Auch sind weitere Restaurants und Angebote wie Bowling geplant.

Phase drei überschneidet sich mit Phase zwei und soll von 2013 bis 2015 abgewickelt werden. Geplant ist der Bau von rund 30 Luxusbungalows mit jeweils einem Hektar Grund.

Schließlich die Phase vier. Sie beginnt 2014 und endet 2016. In dieser Zeit ist der Bau der 27-Loch-Golfanlage sowie der Bau von 250 Ferienhäusern vorgesehen. Schließlich möchten die Investoren auch dem Thema Wellness Raum geben. Zur Krönung gibt es deshalb ein Hallenbad mit viel Schnickschnack. „Wenn alles fertig ist, rechnen wir mit 80 bis 100000 Gästen pro Jahr“, erklärte Cees Meekers. In diesem Jahr seien etwa 35000 Besucher kalkuliert.

So weit die planerischen Höhenflüge. Vorerst gibt es allerdings noch einige irdische Probleme zu lösen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass im Boden einiger ungenutzter Winkel des Übungsgeländes noch Überbleibsel von Bombenangriffen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges liegen. Deshalb ist eine „technische Untersuchung“ fällig. Und die kostet Geld. Viel Geld. 2,5 Millionen Euro. In den vergangenen Monaten hat es deshalb zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Verkäuferin, der Stadt Fürstenau und den Investoren viele Gespräche gegeben, wer genau wie viel zahlt. Inzwischen gebe es eine Lösung, wie Fürstenaus Samtgemeindebürgermeister Peter Selter während der Präsentation sagte. Es könne also weitergehen. Das sehen auch die Investoren so.