Paul Weymann und die „schwarze Null“

23.11.2008

ja Fürstenau/Bippen/ Berge.
Paul Weymann hat mal wieder das Haushaltsbuch der Samtgemeinde Fürstenau aufgeschlagen. Zusammen mit dem Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss schaute der Kämmerer in dieser Woche ganz genau rein. Das positive Fazit nach eingehender Besprechung: Die Zahlen leuchten nicht mehr ganz so knallrot.

Sicher. Die Kassenkredite – also die Schulden auf dem „Girokonto“ der Kommune – sind noch immer hoch – 5,5 Millionen Euro schlagen zu Buche. Auch die langfristigen Schulden – die Darlehen – sind beachtlich. Gut zehn Millionen Euro türmen sich hier auf. Doch jetzt gibt es ein „Aber“: Aber es kommen wenigstens bei den Kassenkrediten keine neuen Schulden mehr dazu. Und das ist ein Erfolg. War es doch jahrelang so, dass die Samtgemeinde stets mehr ausgegeben als eingenommen hat. Nicht, um sich neue Straßen oder Gebäude zu leisten. Da wären ja noch Gegenwerte geschaffen worden. Nein. Die Kassenkredite waren notwendig, um einfach die laufenden Kosten für die kommunalen Pflichtaufgaben zu decken. „Struktureller Fehlbedarf“ nennen Paul Weymann und seine Amtskollegen das. Dank der Sparbemühungen der vergangenen Jahre sind nun Ausgaben und Einnahmen fast wieder im Lot, und zwar viel schneller als eigentlich geplant. Die „schwarze Null“ gibt es wahrscheinlich schon im nächsten Jahr. Ab 2010 könnte die Kommune sogar kleine Überschüsse verbuchen bei gleichzeitigem Abbau der Kassenkredite. 2012 wäre das „Girokonto“ der Kommune nach vorsichtigen Berechnungen „nur“ noch mit vier Millionen Euro belastet. Das ist zwar immer noch ein staatliches Minus, eröffnet aber zumindest Perspektiven.

Das fand übrigens nicht nur Paul Weymann, das fand auch der Ausschuss. Der hat seine Sparlektion gründlich gelernt und lehnte sich deshalb keineswegs zufrieden zurück. Stattdessen gab es mahnende Worte. So wies zum Beispiel Alfons Bertke auf die Unwägbarkeiten der Weltwirtschaft hin, die am Ende über Steuern, Zinsen und die Höhe von Zuweisungen auch die Samtgemeinde direkt treffen können. Samtgemeindebürgermeister Peter Selter wiederum erklärte, dass sich aus der leichten finanziellen Erholung der Kommune keineswegs Begehrlichkeiten ableiten ließen. Der Sparkurs müsse beibehalten werden. Dazu gebe es definitiv keine Alternative.

Insgesamt umfasst der Verwaltungshaushalt nach den Beratungen in den zuständigen Fachausschüssen in Einnahmen und Ausgaben rund zehn Millionen Euro. Im Vermögenshaushalt sind 4,5 Millionen Euro geplant. Das Zahlenwerk muss nun noch der Rat der Samtgemeinde abschließend besprechen. Das soll am 11. Dezember geschehen.