Nur die Wachleute halten noch die Stellung

06.05.2007

Nur die Wachleute halten noch die Stellung
hoe Fürstenau.
Es war schon beinahe ein Abschiedsgang, den die Mitglieder des Samtgemeindeausschusses für Entwicklung und Innovation durch die Pommernkaserne machten. Einige dachten dabei fast wehmütig an ihre eigene Wehrdienst- und Soldatenzeit, die sie in der Kaserne verbracht hatten.

Erinnerungen wurden wach bei der Besichtigung des Speisesaals und der Küche, beim Treppensteigen in den Unterkunftsgebäuden, beim Rundgang über das großflächige Kasernenareal mit den stillliegenden Fahrzeugen und dem Besuch in der Sporthalle. Auf jeden Fall wurde allen Beteiligten klar, wie groß dieses “Paket” Pommernkaserne ist, das ab Ende Juni leer stehen wird und die Stadt und die Samtgemeinde Fürstenau vor eine große Aufgabe stellt.

Am 14. Juni wird die Pommernkaserne offiziell aufgelöst, erklärte Samtgemeindebürgermeister Peter Selter den Anwesenden bei der anschließenden Sitzung im Unteroffiziersheim. Bis zum 30. Juni werden alle Soldaten die Kaserne verlassen haben, ab diesem Zeitpunkt sind auch die Nutzungsverträge für die Sporthalle mit den Vereinen der Samtgemeinde beendet. Ein paar Wachleute werden bis zum Ende des Jahres in der Kaserne verbleiben, die für dieses halbe Jahr von der Standortverwaltung gestellt werden. Mit dem 1. Januar 2008 wird das Gelände mit den Gebäuden in die Obhut der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übergehen, die zurzeit – wie berichtet – Investoren für die Kaserne sucht. An der Entwicklung des Projektes Pferdecampus mit den Bereichen Ausbildung, Gesundheit, Pferdesport und Haustierpark wird unterdessen weitergearbeitet. Weitere Ideen und Konzepte können Bürger zusätzlich einbringen.

Die Fürstenauer hoffen außerdem auf EU-Fördergelder zur weiteren Planung, die aufgrund der Neuausrichtung vieler Richtlinien derzeit noch nicht gesichert sind. Chance gebe es, erläuterte Gudrun Többe vom Landkreis. Sie arbeitet im Referat für strategische Steuerung und Kreisentwicklung und stellte die komplexe Förderkulisse der EU vor, aus der das Land Niedersachsen in den nächsten sechs Jahren Millionen-Zuwendungen erhalten wird. “EFRE”, “ESF”, “ELER” sind nur drei Kurzbezeichnungen für EU-Förder-Programme, die ab Juli in Anspruch genommen werden können und von denen auch Fürstenau profitieren soll. Der Landkreis solle nun bei der Orientierung im Förder-Programm-Dschungel helfen, denn “wer sich auskennt, kann alle Chancen ausloten und nutzen”, stellte Gudrun Többe klar.

Abschließend berichtete Peter Selter über die Abschlussveranstaltungen im Fürstenauer Schloss für das integrierte ländliche Entwicklungskonzept. Auch hier gehört die Nachnutzung der Pommernkaserne zu einem der wichtigsten Ziele. Dies wird auch in der Abschlussveranstaltung für alle vier Samtgemeinden des Nordkreises am 31. Mai in Bersenbrück deutlich werden.